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9. Februar 2021

Von Serien, Brezeln und Salz

Man sagt den Schwaben im Allgemeinen nach, dass sie sehr sparsam seien. Böse Zungen behaupten gar, sie kratzten das Salz von den Brezeln, damit der Gast keinen Durst bekäme. Spaß beiseite. Sparsam waren die letzten beiden Gastgeber der Academics, die wiha Panthers Schwenningen und die Kirchheim Knights, zumindest im Bezug auf die Vergabe von Punkten. So gingen die Academics in den ersten beiden Auswärtsspielen der Württemberg-Serie als Verlierer vom Parkett.

Nun steht also das dritte Auswärtsspiel in Folge an. Und wo? Natürlich im Ländle. Mit dem unbedingten Willen die kleine Negativserie zu beenden und allen Mann an Bord reisen die MLP Academics voll motiviert nach Rottenburg am Neckar zum Auswärtsspiel gegen die Tigers Tübingen. Diese mussten, nachdem ihre Halle zu einem Impfzentrum ausgebaut wurde, ihre Heimspiele vorübergehend in die nahegelegene Gemeinde verlegen

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Einige Statistiken der Gastgeber sprechen dafür, dass es sich bei den Tigers um eine sehr gefährliche Mannschaft handelt. So rangieren sie im Effektivitätsranking mit fast 100 Punkten auf Platz vier in der Liga, haben die zweitbeste Freiwurfquote und sind mit weitem Abstand die besten Balldiebe in der Liga. Fast 10 Steals pro Spiel generiert die aggressive Verteidigung des talentierten Trainers Daniel Jansson. Der Finne kam aus der renommierten Orange Academy nach Tübingen, um den nächsten Schritt in seiner noch jungen Karriere zu machen.

Ein spannender Kader

Gleich in seiner ersten Trainerstation hat er hierbei eine reizvolle aber auch anspruchsvolle Aufgabe übernommen. Um die erfahrenen deutschen Leistungsträger Enosch Wolf, Besnik Bekteshi und Roland Nyama hat er gemeinsam mit Robert Wintermantel einen sehr jungen und hungrigen Kader zusammengestellt, der an guten Tagen jedes Team der Liga schlagen kann. Gegen Tabellenführer Rostock Seawolves lagen die Tigers vier Minuten vor Ende mit 90:83 in Front, bevor sie einen unerklärlichen 13:0 Lauf kassierten und doch noch als Verlierer vom Feld gingen. Gegen das Spitzenteam der Eisbären aus Bremerhaven hingegen gelang ihnen dann der Sieg.

Insbesondere auf den Importpositionen haben die Tübinger Verantwortlichen mutig aber mit viel Sachverstand rekrutiert. Die Fäden in der Offensive zieht der quirlige Joshua Sharkey, der trotz seiner geringen Körpergröße von 1,75m immer wieder erfolgreich in Korbnähe  zum Abschluss kommt. Über 6 Assists im Schnitt sprechen dafür, dass er seine Mitspieler auch regelmäßig findet. Topscorer der Tigers ist Isaiah Crawley. Der athletische Power Forward kommt auf 17 Punkte und 5,6 Rebounds im Schnitt.

Wieder ein X-Faktor aus Nordeuropa

Mit dem Finnen Elias Valtonen steht Jansson zudem ein sehr spielintelligenter Scharfschütze zur Verfügung, der ähnlich wie Rytas Pipiras für Schwenningen, als X-Faktor bezeichnet werden kann. Unauffällig, teamdienlich, effizient seine Spielweise. Stichwort „teamdienlich“: die Tigers zeichnen sich durch ein äußerst schnelles und gutes Ball Movement aus. Mit fast 20 Assists im Schnitt rangieren sie an dritter Stelle in der Barmer 2. Basketballbundesliga.

Alles in allem eine erneut herausfordernde Aufgabe für die Academics, die alles daran setzen wollen, wieder auf die Siegerstrasse zu gelangen. Sprungball ist um 19 Uhr in der Volksbank Arena