15. März 2015

Sieg gegen Vechta bringt Playoff-Teilnahme

Die MLP Academics Heidelberg besiegen RASTA Vechta verdient 95-77. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung im dritten Viertel lassen die Heidelberger dem Team aus Niedersachsen keine Chance. Durch den eigenen Sieg sowie die gleichzeitigen Niederlagen der Verfolger aus Kirchheim und Baunach ist Heidelberg bereits zwei Tage vor dem Ende der Hauptrunde für die Playoffs qualifiziert. Diese Saison kommen die Playoff erstmals in die Universitätsstadt am Neckar!

Die Ausgangslage war vor dem anstehenden Doppelspieltag klar: Die MLP Academics wollten die Niederlagenserie stoppen, um weiter in Richtung Saisonziel „Playoffs“ blicken zu können. Nach diesem Wochenende hat sich die Lage um 180 Grad gedreht. Mit dem Sieg in Gotha sowie dem heutigen Heimsieg stehen die Heidelberger in den Playoffs der ProA. Dabei war ein dominantes drittes Viertel Grundstein zum wichtigen Sieg gegen den direkten Verfolger aus Vechta.

Frenki Ignjatovic schickte in Nico Adamczak, Bradley Tinsley, Kelvin Martin, Jack Eggleston und Waverly Austin die gewohnte Starting-Five auf das Parkett. Bereits in den ersten Minuten zeigte sich das, was die meisten Zuschauer vor dem Tipp-Off vermutet hatten – eine umkämpfte und enge Partie zweier sportlich gleichwertiger Mannschaften entwickelte sich im OSP. Der in den ersten Minuten mehrfach erfolgreiche RASTA-Aufbau Richard Williams versuchte, Vechta eine Führung herauszuspielen. Martin, Austin und Adamczak konnten jedoch jeweils auf die Führung Vechtas die passende Antwort folgen lassen. Auch in der Folge stimmte das Teamplay, sodass die Heidelberger regelmäßig die richtigen Reaktionen auf Vechtas Korberfolge hatten. Adamczak, der nicht nur kämpferisch überzeugende Eggleston sowie Martin scorten aus der Nah- und Ferndistanz. Da Vechta jedoch ebenfalls seine Würfe erfolgreich verwandelte, stand es zum Ende der ersten zehn Minuten ein 23-20 für Vechta

Auch in den zweiten zehn Minuten begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die Heidelberger kämpften zwar mehr, Vechta punktete durch seine spielerische Klasse jedoch ebenfalls regelmäßig. Besonders Tinsley fand in diesem Viertel scorte entweder selbst oder setzte erfolgreich seine Mitspieler in Szene. Kai Barth, der nach seinem Comeback die Heimpremiere feierte, spielte überragend. Mit einem „Plus/Minus-Wert“ von 22 stand auch nach der Partie seine tolle Leistung schwarz auf weiß auf dem Boxscore. Barth spielte uneigennützig, zog zum Korb und schaffte so seinen Mitspielern Räume und Wurfmöglichkeiten. Seine tolle Leistung ermöglichte einen in dieser Höhe sonst nicht zu erwartenden Sieg. Doch auch in diesem Viertel punktete Vechta gleichmäßig mit den MLP Academcis. Zur Halbzeit stand die Partie nach einem Buzzerbeater von Tinsley ausgeglichen 37-37.

MLP Academics HD.vs RASTA Vechta 2015

Herausragender Mann im Team der Heidelberger: Kai Barth       

 Foto: Alfred Gerold

In der Halbzeitpause beschlossen die Heidelberger jedoch, dass sie bereits heute ihren Beitrag zum Playoff-Einzug entrichten wollten. Nach der Halbzeit folgte ein ganz überzeugender 32-11-Lauf und nahm den Gästen jegliche Hoffnung auf einen möglichen Sieg. Der Funke, den die Mannschaft durch ihre leidenschaftliche Spielweise an den Tag legte, sprang auf die Zuschauer im OSP über, sodass sich Team und Zuschauer in den folgenden Minuten gemeinsam pushten. Heidelberg klaute mehrfach Vechta den Ball, punktete sowohl aus dem Fastbreak als auch aus dem Setplay hochprozentig und spielte Vechta in dieser Phase quasi an die Wand. Auch die gut 70 aus Niedersachsen mitgereisten Fans mussten die Überlegenheit der Gastgeber anerkennen und wurden zunehmend leiser. Eines der besten Viertel der Saison ebnete somit vor dem Schlussabschnitt eine komfortable Heidelberger 69-56-Führung.

In diesem Schlussabschnitt versuchte Vechta, sich der drohenden Niederlage entgegenzuwerfen. Doch die Punkte von Derek Wright, Oliver Mackeldanz und Co. waren zu wenig, um den Heidelberger Sieg noch zu ernsthaft zu gefährden. Eggleston, Martin, Adamczak, Tinsley und Barth spielten stark und kämpften verbissen. Am Ende stand mit dem 95-77 nicht nur der verdiente Sieg, sondern auch der Heidelberger Playoff-Einzug fest. Nach dem Negativlauf in den Monaten Februar und März, die beste Nachricht der Saison: Playoffs in Heidelberg! Ob dieses  Erfolges brachen bei Trainer Ignjatovic sowie Spielern und Fans brachen alle Dämme. In den beiden kommenden Partien gegen Chemnitz und Kirchheim haben die Heidelberger nun die Chance, sich durch weitere Siege in der Tabelle nach vorne zu schieben.

Für Heidelberg spielten: Jack Eggleston 24, Nico Adamczak 22, Bradley Tinsley 19/7 Assists, Kelvin Martin 19, Waverly Austin 9/9 Rebounds, Kai Barth 4, Niklas Würzner, Christoph Rupp und Lasse Steinort.

Für Vechta spielten: Amir Carraway 12, Donald Lawson 11, Oliver Mackeldanz 10, Vincent Bailey 8, Richard Williams 8, Derek Wright Jr 7, Blanchard Obiango 6, Kevin Smit 6, Chase Griffin 6, Philipp Friedel 3, Dennis Tinnon und Axel Jarchow

Zuschauer: 812

Frenki Ignjatovic (vor dem Ende der Partie der Kirchheim Knights und dem noch nicht feststehenden Playoffeinzug): Die letzten Wochen waren sehr, sehr schwer für uns und die Mannschaft. Trotzdem waren wir bis auf das Spiel gegen Jena immer auf Augenhöhe mit dem Gegner. Heute haben wir einen großen Sieg gegen eine große Mannschaft eingefahren. Was dort in den letzten Jahren entwickelt wurde, ist spitze. Ich glaube erst an die Playoffs, wenn alle theoretischen Möglichkeiten auch erfüllt sind. Wir wissen nicht wie wir heute stehen, wenn Kai Barth von Anfang der Saison mitgespielt hätte. Aber wir sind froh, dass er uns so enorm hilft. Er braucht nicht viele Punkte oder viele Plays – er ist immer für die Mannschaft da und ich bin froh, dass er da ist.

Pat Elzie: Gratulation an Frenki. Das war ein tolles Spiel für Heidelberg, ich denke die Playoffs sind durch. Die Heidelberger haben uns mit ihrer Defense vor Probleme gestellt. Es war kein gutes Spiel von uns. Wir wollen unsere Saison im Guten abschließen. Wir haben tolle Fans. Die letzten zwei Spiele wollen wir noch gewinnen. Vielleicht gibt es für uns ja noch eine Möglichkeit in Richtung Playoffs.

Lukas Robert