8. August 2022

Pressekonferenz zum Start der Saison 2022/2023

Zum Start der Saison 2022/2023 haben sich die Verantwortlichen der MLP Academics Heidelberg dazu entschieden, eine Pressekonferenz für ausgewählte Medienvertreter vor Ort im Pressekonferenz Raum des SNP domes zu halten. Teilnehmer der Pressekonferenz waren Academics Headcoach Joonas Iisalo, Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Matthias Lautenschläger und der sportliche Berater der MLP Academics Heidelberg Alex Vogel. Im Fokus standen u.a. Einblicke in die Kaderzusammensetzung, als auch sonstige Informationen im Bezug auf die kommende Spielzeit.

Die Pressekonferenz ist im Folgenden zum nachlesen verschriftlich worden. Die wichtigsten Informationen wurden entsprechend zusammengefasst.

Statements der Teilnehmer zum Beginn der Pressekonferenz:

Matthias Lautenschläger:

Ich würde gerne ein Blick in die Vergangenheit wagen.

Im Jahr 2008 wurde die PRO A gegründet – wir waren damals Gründungsmitglied. Wir waren durchgehend 14 Jahre dort, haben uns vom Abstiegskandidaten hin zum Playoff- Kandidaten bis zum Aufstiegs- Kandidaten entwickeln. Nicht zum Aufstiegsfavoriten, dass muss man noch dazu sagen. Der Aufstieg kam dann relativ unerwartet, aber der Aufstieg kam dann gleich mit der Fertigstellung des SNP domes, was ein optimales Timing war. Das hat uns vor große Herausforderungen gestellt, die wir allerdings meistern konnten. Jetzt stellen sich neue Herausforderungen, weswegen wir uns entscheiden haben, diesen Umbruch zu wagen.

Diese Herausforderungen sind: dass wir uns nachhaltig in der BBL etablieren wollen, den Nachwuchsbereich näher an den Profibereich heranführen und weiterhin die Strukturen weiter verbessern wollen.

Alex Vogel:

Kleiner Rückblick auch von meiner Seite aus Richtung Off- Season. Es war eine sehr intensive Zeit, die wir in den letzten Monaten verbracht haben, wir sind sehr glücklich, dass wir Joonas als Headcoach und Hylke als Assistent- Coach gewinnen konnten. Dazu kommt Serena, die bereits lange im Club ist und auch weiterhin im Club als eine Art Identifikationsfigur bleiben wird. Wir sind sehr glücklich, wie wir im Trainerteam aktuell aufgestellt sind.

Ich habe es gerade angesprochen, die Zeit war ziemlich intensiv jetzt, wir haben auf einem sehr professionellen Level gearbeitet, wir haben verschiedene Dinge anders gestaltet, als das noch im letzten Jahr der Fall war. Die Arbeit hat praktisch mit der Verpflichtung von Joonas als Headcoach angefangen. Es gab früh intensive Gespräche mit Joonas über die Teamzusammenstellung und über die Idee des Basketballs, den wir spielen wollen. Entsprechend haben wir das Team zusammengestellt, d.h. wir haben viel auf „fit“ geschaut, d.h. passen die Spieler zu dem entsprechenden System.

Wir sind super happy mit der aktuellen Mannschaft, die wir beisammenhaben. Jeder einzelne Spieler bringt interessante Merkmale mit sich. Einerseits haben wir auf das „fit“ geschaut, auf der anderen Seite haben wir nach Spielern geschaut, die ein entsprechendes Upsite mitbringen, bei dem wir glauben, dass viel mehr in ihnen steckt, als das, was sie bisher gezeigt haben. Und auf der anderen Seite, dass es Spieler sind, die die BBL schon kennen. Das haben die letzten Jahre gezeigt, dass Spieler, die die BBL schon kennen, gewisse Vorteile haben in dieser Liga. Wir haben eine Mannschaft zusammen, die komplett ist und die mit großer Motivation in die PreSeason startet.

Joonas Iisalo:

Ich bin seit 3 Spielzeiten Coach bzw. Assistant- Coach in Deutschland, zusammen mit meinem Bruder. Jetzt kommt ein neues Kapitel in Heidelberg als Headcoach. Es war ein sehr intensiver Prozess, viele neue Spieler, die wir unter Vertrag genommen haben. Die Idee dahinter ist, dass wir ein Team bilden, dass sehr gemeinschaftlich agiert und intensiven Basketball spielen kann. Daher war es wichtig, die richtigen Charaktere auszusuchen, die zu dem neuen System passen. Wir sind mit der Wahl der Spieler sehr zufrieden.

Am Mittwoch starten wir mit dem Training, heute und morgen sind noch die Medical- Checks. Mit Bonn hatte ich eine lange Saison, daher war es sehr erholsam, die Zeit zu Hause in Finnland mit meiner Familie und mit meinen Freunden zu verbringen. Jetzt freue ich mich, mit voller Energie zurück zur Arbeit zu gehen.

Fragen der Medienvertreter vor Ort:

(Frage an Matthias Lautenschläger und Joonas Iisalo) Die Etablierung in der BBL ist der nächste große Wunsch, ist das der nächste Schritt, der kommen soll oder ist noch mehr möglich?

  • ML: letztes Jahr haben wir sehr von der Euphorie profitiert und dass wir einige Spieler aus der ProA behalten konnten. Einige Kontrahenten hatten uns nicht auf dem Schirm, dadurch konnten wir überraschen. Das hat uns u.a. durch die Saison getragen. Das wird ein Faktor sein, der diese Saison keine Rolle mehr spielen wird. Man wird uns ernst nehmen, das Feedback bekommen wir aus der Liga. Unser primäres Ziel bleibt dabei bestehen: wir wollen in der Liga bleiben. Was am Ende der Saison passiert, bleibt abzuwarten. Mit „in der Liga etablieren“ meine ich mittelfristig, wir wollen nicht dauerhaft ein Abstiegskandidat sein. Perspektivisch, und das gibt der Standort definitiv her, wollen wir uns eher Richtung Mittelfeld fokussieren.
  • AV: Wir wollen, ergänzend zu Matthias, die Infrastruktur schaffen, um langfristig erfolgreich zu sein.

(Frage an Joonas Iisalo) Warum bietet Heidelberg, sowohl als Standort und auch als Club, die Chance, um eine Karriere als Headcoach zu starten.

  • JL: Es sprechen einige Gründe dafür. Ich denke, zum einen gibt es hier eine gute Organisation und einen Club, hinter dem eine gute Idee steckt. Weiterhin hat dieser Standort mit dieser Stadt sehr viel Potenzial. Ich bin zwar erst kurz hier, aber als ich die Stadt gesehen habe, habe ich eine positive Energie und einen positiven Vibe wahrgenommen, sowohl was die Stadt betrifft als auch die Organisation. Gute Trainingsmöglichkeiten und eine neue Spielstätte bieten die Möglichkeit, meine Flügel auszubreiten und meinen Weg alleine zu gehen.

Was ist deine Idee des Basketballs?

  • JL: Man kann es vielleicht daran sehen, wie wir die Spieler zusammengestellt haben. Wir haben nicht nach dem talentiertesten gesucht, sondern die Spieler nach Charakteren ausgewählt, sodass sie zum Team passen bzw. ins Team passen.

(Frage an Matthias Lautenschläger und Alex Vogel) Warum wurde der Umbruch eingeleitet?

  • AV: Der Grund des Umbruchs hat verschiedene Ebenen gehabt. Wir hatten das Gefühl, wenn wir den nächsten Schritt wagen wollen, auf verschiedenen Ebenen (Jugendkonzept, Professionalisierung in der Bundesliga Mannschaft) braucht es einen Wandel, der auf verschiedenen Ebenen vollzogen wurde. Wandel im Sinne von Spielkonzept, Spielkonzept geht einher mit dem Trainer. Wandle auch im Sinne von Jugendarbeit (wie können wir unsere eigene Jugend besser einbinden). Das wurde bereits umgesetzt und soll langfristig umgesetzt werden. Wichtig ist auch dabei, dass das ein Prozess ist, der nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann. Man muss das Bewusstsein dafür im Club schaffen. Wir wollen diese Ausrichtung haben, um langfristig davon profitieren zu können. Damit diese Basis gesetzt ist, war es für uns wichtig, verschiedene Dinge zu ändern.
  • ML: Für uns gab es den ersten Umbruch bereits zu Beginn der letzten Saison, wir haben z.B. das Back- Office aufgestockt. Wir haben gemerkt, dass wir uns auf vielen Ebenen weiterentwickeln müssen. Das ist nicht damit getan, dass wir professioneller oder breiter aufgestellt werden müssen, sondern auch im sportlichen Bereich einige Dinge zu ändern. Da ist die Verzahnung mit dem Jugendbereich und mit verschiedenen Bereichen hier in der Region ein wichtiger Faktor. Wir haben den Trainingskader deutlich erweitert, wir haben vier Spieler hochgezogen, die regelmäßig mit trainieren sollen, die unter der Leitung von Phillipp Heyden aber auch in der 2. Regionalliga spielen. Auch das war für uns ein sehr wichtiger Faktor, dass Phillipp sich dazu entschieden hat, hier zu bleiben. Er bringt sich in der Jugend mit ein umso die Brücke zur Jugend schlagen. Er kann berichten aus seiner Profikarriere und den Jungs was mit auf den Weg geben und ist gleichzeitig der Link zwischen dem Jugendbereich und Joonas und Alex.

Zum Titelbild: v.l.n.r.: Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Matthias Lautenschläger, Academics Headcoach Joonas Iisalo und der sportliche Berater der MLP Academics Heidelberg Alex Vogel. Foto: Michael Ruffler, pix sportfotos.