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22. März 2023

Organisation ist alles

Academics Inside

Improvisation ist eine hohe Kunst. Das hat Hannah Ugrai schon immer beherzigt. Doch spätestens seit sie bei den MLP Academis am 1. August 2021 in der Organisation eingestiegen ist, weiß sie die Vorzüge von Allroundtätigkeiten zu schätzen. „Das ist in der BBL nicht untypisch – und auch nicht für die gesamte Sportbranche“, sagt Hannah, die in der Premierensaison 2021/2022 oft als „Mädchen für alles“ agieren durfte. Inzwischen hat sich ihr Aufgabenprofil mehr konkretisiert und spezialisiert. „Unser Team ist größer und deutlich strukturierter geworden“, konstatiert sie, sodass sich Hannah verstärkt um Marketing und PR bei den Academics kümmern kann.

In diesen beiden Themenfeldern, die viele Synergieeffekte aufweisen, sieht sich Hannah maßgeblich, nachdem Caro Kramer als Social-Media-Expertin im Oktober hinzugekommen ist. „Ich hatte früher drei Aufgabenbereiche, die viel Zeit in Anspruch genommen haben. Mittlerweile konzentriere ich mich auf das, was mir liegt – Marketing und PR.“

Organisation und Kommunikation

„Das Organisieren und die Kommunikation mache ich sehr gerne. Ob das Sponsoren sind, Partner, Werbeagenturen, die BBL, Fotografen oder auch Medienvertreter. Ich mag diesen Austausch – und fast jeden Tag kommen neue interessante Sachen hinzu“, berichtet Hannah übers Tagesgeschäft. Marketing/PR, der direkte Draht zur Liga, Vorbereitung und Umsetzung von Werbemitteln und Sponsorenmappen, Pre-Season- und Spieltags-Magazin, Betreuung der Academics-Homepage – dies alles liegt bei der ehemaligen Degenfechterin (bis 2015) aus der Kaderschmiede Tauberbischofsheim.

Wie ihr jüngerer Bruder Max (27) wächst die 29-Jährige im kleinen, beschaulichen Örtchen Heckfeld (nur 400 Einwohner) im Main-Tauber-Kreis auf. Schule und Fechten, daraus besteht seinerzeit ihr Leben, dazu gehört der Besuch eines Teilzeitinternats. 2013 schließt Hannah das Wirtschaftsgymnasium Tauberbischofsheim mit dem Abitur ab. Ein FSJ beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) und ein Praktikum bei den Würzburg Baskets schließen sich an. Sie jobbt – im Rehazentrum und in Restaurants.

Früh eigenverantwortlich

Hannah lernt früh, selbständig und eigenverantwortlich zu sein und studiert zunächst Gesundheitsmanagement in Frankfurt (Bachelor) und packt den Master in Bayreuth in „Sportmanagement“ direkt drauf. Das Thema lautet „Sponsoring im Basketball“ – dabei geht es inhaltlich auch um beidseitig vorhandene Erwartungshaltungen.

Im Sommer 2021 bewirbt sich Hannah initiativ bei den MLP Academics. Max Ugrai (Eisbären Bremerhaven) steht ebenfalls mit den Heidelbergern in Kontakt. Die Lebenswege kreuzen sich. Schon in Würzburg haben sie gemeinsame WG-Erfahrungen gesammelt, also will es das Schicksal so, dass die ältere Schwester (29) und der „kleinere“ Bruder (27) erneut zusammenkommen.

WG mit Max in Handschuhsheim

Nach einer Übergangzeit in einem Boardinghouse beziehen Hannah und Max im Oktober eine gemeinsame Drei-Zimmer-Wohnung in Handschuhsheim. „Wir haben schon immer ein richtig gutes Verhältnis zueinander“, erzählt sie. Max sei früh von Zuhause ausgezogen, habe in der Sportförderklasse des Deutschhaus-Gymnasiums in Würzburg sein Abitur 2014 erworben und sei durch seine Profizeit in Würzburg, Jena, Ulm, Bremerhaven und nun bei den MLP Academics gewohnt, sich anzupassen und durchzuschlagen.

In der WG Ugrai werden hin und wieder Aktionen aus dem Stegreif gestartet. Lange fehlt es an einer geeigneten Küche, also werden zwei Herdplatten von den Eltern oder etwa auch Töpfe von Assistenztrainerin Serena Benavente geliefert. Als die neue Waschmaschine existiert, werden die Mannschaftstrikots dort gesäubert und Max ist sich dabei nicht zu schade, die schweren Sporttaschen mit all den durchnässten Klamotten drei Etagen hochzuschleppen.

Da Hannah zu jener Zeit das Social-Media-Feld beackert, ist der lange Kerl (2,04 Meter) auch hier involviert. „Max musste da immer herhalten“, sagt sie mit einem frechen Grinsen im Gesicht. Frotzeleien und Reibereien gehören bei Geschwistern nun mal dazu. „Wir sehen uns leider gar nicht so viel“, meint Hannah, was eben hauptsächlich an den unterschiedlichen Verpflichtungen und Arbeitszeiten liegt, „wir kochen ab und zu zusammen und versuchen, die wenigen freien Tage zu nutzen.“

Hannah, das wird im Gespräch deutlich, ist in Heidelberg angekommen. „Ich mag diesen Klub und vor allem die Leute hier sehr gerne, fühle mich richtig wohl“, sagt Hannah. Menschen und Sport, Sport und Menschen, das spiegelt sich in ihren bisherigen Etappen wider. Die Schnelllebigkeit und Ungewissheiten des Basketballgeschäfts gehören für die bodenständige Marketingspezialistin schlichtweg dazu. Es sei eine „spannende und absolute Reise“.

„Du arbeitest im Grunde genommen während der Saison immer von Spieltag zu Spieltag und versuchst, alles andere noch unter einen Hut zu bekommen“, meint Sportfreak Hannah abschließend. Ohne Improvisationsbereitschaft kann das nicht funktionieren.

 

Text: Joachim „Jogi“ Klaehn

MLP Academics Heidelberg

Kommunikation und Medien