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19. September 2012

NBBL mit zufriedener Leistung beim ET Cup

Es war ein Hauch der Saison 2012/2013, der am Wochenende durch die Hallen des ISSW in Heidelberg wehte. Der ET Cup 2012, wie jedes Jahr gespickt mit hochkarätigen Mannschaften der höchsten Jugendbundesligen JBBL (U16 männlich), WNBL (U17 weiblich) und NBBL Uu19 männlich), fand erneut in unserer schönen Region statt und bot nach Wochen der harten Vorbereitung für Trainer, Eltern und Fans die erste Möglichkeit einen Blick auf die neuen Mannschaften zu erhaschen.

Im Vorfeld der Saison hatte es vor Allem bei der NBBL enormen Umstellungen gegeben, da aus dem Basket-College und dem Team Kurpfalz, zwei ortsansässigen NBBL Kooperationen eine große Mannschaft, die „Kurpfalz Baskets“ erschaffen wurde. Gegen die Gäste aus Tübingen und Ludwigsburg testete man nach der Niederlage gegen Rekordmeister Urspring zum dritten Mal gegen Konkurrenten der selben Altersgruppe, begonnen wurde am frühen Mittag mit dem Spiel gegen die Young Tigers aus Tübingen, deren JBBL kurz davor leider klar gegen unsere JBBL gewonnen hatte.

Tübingen eröffnete das Spiel mit einem Dreier in der ersten Minute… und wünschte sich nach dem Spiel sicher, dieses Fass nicht aufgemacht zu haben. 14 erfolgreiche Dreier von sechs verschiedenen Spielern, fünf davon im ersten Viertel, acht in in der ersten Halbzeit standen danach für unsere siegreichen Kurpfalz Baskets auf dem Spielberichtsbogen, auf Tübinger Seite waren es nur fünf an der Zahl. Doch den knappen 82-80 Erfolg verdiente man sich vor Allem im ersten Viertel, in dem die Spieler hart verteidigten und schön anzuschauenden, schnellen Basketball spielten und man nach einem 14-3 Lauf mit 28-19 in die erste Viertelpause ging. Auch das zweite Viertel bot ansehnlichen Basketball, aufgrund leicht nachlassender Verteidigung unserer NBBL nun vermehrt auf beiden Seiten, womit man mit 50-37 in die Halbzeitpause ging. Das der ET Cup mehr als nur ein Vorbereitungsturnier ist, sondern eine erste Standortbestimmung, in der alle Beteiligten auch erstmals Resultate sehen wollen, merkte man an den auf- und überkochenden Emotionen im dritten Viertel, in dem die gesunde Härte beider Mannschaften langsam, aber sicher an den Nerven zu zerren schien. Einige unschöne Szenen auf beiden Seiten später liesen sich unsere ältesten Nachwuchsbundesligisten von der Stimmung zu sehr mitreissen und das Spiel kippte zugunsten der Tübinger und diese kämpften sich Punkt um Punkt wieder heran, bis die Anzeigentafel vier Minuten vor Ende des Spiels auf einmal wieder 72-71 anzeigte. Ein an diesem Samstag glänzend aufgelegter Jakob Werner fand aber dann im richtigen Moment wieder seinen Rhytmus und erzielte vier (seiner insgesamt sieben) Dreier in Folge, um gemeinsam mit einem wichtigen Freiwurf von Lasse Steinort, der mit seinem überraschend harten Drives den Gegner oftmals überraschte, für den knappen, aber letztlich verdienten, 82-80 Sieg zu sorgen.

Es spielten: Werner (26/7 Dreier), Steinort (18/2), Würzner (10/2), Hofmann (9), Jahnke (7/1), Karavasilis (5/1), Elmas (4), Hintz (3/1), Pospiech, Marton, Herbold, Chlebicz

Im letzten Spiel des Tages ging es für unsere NBBL gegen die Gäste aus Ludwigsburg, die im zweiten Spiel Tübingen deutlich vom Platz gefegt hatten. Nach einem verschlafenen Start (2-11 nach vier Minuten) festigte sich die Verteidigung unserer Kurpfälzer und man kämpfte sich Schritt für Schritt an die favorisierten Gegner heran (1. Viertel: 10-14). Auf beiden Seite merkte man die Strapazen des extrem körperlichen ersten Spiels des Tages und vor Allem der Motor in der Offensive stotterte ein ums andere Mal auf beiden Seiten (Halbzeitstand: 22-24). Die letzten Kraftreserven mobilisieren hieß es jetzt, noch einmal Energie aufbringen um den Pokal zu gewinnen… ein Vorhaben, das gründlich misslang. Angeführt von ihren drei Jugendnationalspielern fand Ludwigsburg in der Offensive auf einmal ins Spiel und bestrafte schnell und effektiv jeden Fehler, wodurch man sich auf einmal Ende des dritten Viertels mit 34-56 im Hintertreffen sah. Ein Moment, in dem viele Mannschaften klein beigegeben hätten und sich ihrem Schicksal ergeben, doch die jungen NBBLer, die neuerdings einen Löwen auf ihrer Brust tragen, kämpften weiter. Dieses Mal angeführt vom nimmermüden Christian Hofmann, der den größeren Ludwigsburgern ein ums andere Mal den Rebound wegschnappte, nutzte die jüngere Generation die müden Beine der „Veteranen“ (ein erfolgreicher Dreier im Vergleich zu den 14 gegen Tübingen) und erzielten mit einem sehr ausgeglichenen letzten Viertel nochmal einen Achtungserfolg, auch wenn dieser nichts mehr an der 50-72 Niederlage ändern konnte.

Es spielten: Hofmann (18), Würzner (7/1), Steinort, Karavasilis, Hintz (alle 6), Werner, Elmas, Boll (alle 2), Marton (1), Pospiech, Cepero

Das Trainergespann um Headcoach Rene Ullrich und Co-Trainer Linus Lebugle, sowie der sportliche Leiter Torsten Steinort hatte alle ihre eigenen Ansichten zum interessanten, nervenzerrenden und körperlich fordernden Spielverlauf. „Wir müssen stärker aus der Halbzeit kommen und unsere Emotionen im Griff haben“, so Steinort, „aber ich war erfreut, die Jungs so spielen zu sehen“. Co-Trainer Linus Lebugle freute sich vor Allem über einen bestimmten Aspekt: „Es ist schön zu sehen, das ein solche Gruppe an durchgehend sympathischen Jungs langsam lernt, das nette Grinsen beim Betreten des Feldes kurzzeitig beiseite zu legen und trotzdem untereinander als Einheit aufzutreten“.

Headcoach Rene Ullrich hatte ein lachendes und ein weinendes Auge: „Natürlich hätten wir gerne den Pokal gewonnen, das war die Zielsetzung. Aber diese Minuten auf dem Feld, wenn die Jungs hart Verteidigung und Fastbreaks rennen, wie sie es heute über Strecken getan haben, waren mindestens genau so wichtig für die kommenden Wochen. Es werden noch harte Wochen bis es in vier Wochen zur Saisoneröffnung geht, aber mich erfreut unsere Vielseitigkeit und das sich langsam auch echte Anführer entwickeln, die Jungs können heute stolz nach Hause gehen“.

Die Zufriedenheit ging sogar so weit, das unsere 17 NBBL Spieler 2012/2013 bis Mittwoch trainingsfrei erhielten, dafür ab da um so härter an den kleinen aufgedeckten Schwächen arbeiten werden müssen! Seien wir gespannt, wie es noch weiter geht bis zum Saisonstart am 14.10., wir hoffen einige Fans dazu gewonnen zu haben, die sich für Jugendbasketball begeistern, bedanken uns für die enorme Unterstützung der bis zu 100 Zuschauern und freuen uns auf das erste Heimspiel am 21.10. um 15 Uhr in der GBG-Halle in Mannheim gegen Gießen unter ähnlichen Voraussetzungen.