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26. Februar 2017

MLP Academics erhalten schmerzhafte Lehrstunde

Die MLP Academics haben die Wiederholung der Hinspiel-Überraschung mehr als deutlich verpasst.

Gegen die Crailsheim Merlins setzte es eine heftige 62:101-Packung.

Der frühlingshafte und faschingsgeprägte Sonntagnachmittag erweckte nicht unbedingt den Anschein daran, dass in Heidelberg bestes Basketball-Wetter herrschte – schließlich schien die Sonne über Berg und Tal. Doch die 1240 Zuschauer ließen sich auch von besten Outdoor-Bedingungen nicht abhalten. Sie füllten den Olympiastützpunkt von Beginn an mit einer würdigen Derby-Atmosphäre. Und sahen dabei von Beginn an bessere Crailsheim Merlins. Diese erspielten sich nach zwei Dreiern von Konrad Wysocki und Chase Griffin eine frühe Führung. Heidelberg konnte der Intensität der hohenlohischen Gäste zu wenig entgegensetzen. Entsprechend verärgert war Frenki Ignjatovic, als er bereits in Spielminute vier zur Auszeit bat (3:11).

Fortan standen die MLP Academics besser und fanden in der Offensive die freien Räume. Doch obwohl sie nun besser im Spiel waren, dominierten die Crailsheimer. Deren einfaches Rezept? Sie erspielten sich diverse, teils sehr freie Würfe – und ließen die Defensive der Hausherren mehrfach kollabieren. Folgerichtig war der Spielstand. 16:25 nach Abschnitt eins.

Viel zu viel Crailsheim

Der Beginn in Viertel zwei dann bezeichnend: Bernard Thompson passte den Einwurf direkt in die Arme von Lucas Gertz, welcher per 1-gegen-0-Dunk abschloss. Crailsheim war mehr als das entscheidende My wacher, gewillter und defensivstärker. Kurzum: besser. Dies verdeutlichten sie auch in den kompletten zweiten zehn Minuten. Bereits in Spielminute 15 betrug die Führung 20 Punkte. Die Heidelberger kamen ihrerseits zwar zu einigen Lichtblicken, doch gegen die heutige Crailsheimer Leistung war schon zu diesem Zeitpunkt kein kurpfälzisches Kraut mehr gewachsen. Dies verdeutlichte bereits zur Halbzeit der Blick auf die Anzeigentafel. 23:58 leuchtete es von dieser. Der Blick auf die Statistik verdeutlichte zudem die Ausnahmeleistung der Gäste. Eine überragende Effektivität von 83 sowie eine überproportional hohe Trefferquote aus allen Lagen verdeutlichten das vorhandene Ungleichgewicht.

Da half auch der beste Gameplan nichts. Die MLP Academics waren gegen die Crailsheim Merlins chancenlos unterlegen. Foto: Marco Grund.

Das Spiel war also schon zur Halbzeitpause entschieden – entsprechend befreit aufspielen konnten deshalb beide Mannschaften nach dem Seitenwechsel. Aus Heidelberger Sicht lief es fortan auch deutlich besser, ob des deutlichen Abstands führte dies aber nicht zu einer Veränderung des Spannungsverlaufes. Denn hierfür waren die Merlins viel zu stark. Zwar waren die Gäste zwischenzeitlich wieder auf Normalniveau, jedoch schon viel zu weit davongezogen. Nach einer kurzen Verschnaufpause zogen sie dann, bei weiterhin sagenhafter Trefferquote, weiter davon. Nach weiteren Dreipunkteerfolgen hin zum Ende des dritten Viertels drehten die Crailsheimer dann nochmals weiter auf. 42:82.

Junge Deutsche, feiernde Merlins

Der letzte Spielabschnitt geriet dann mehr und mehr zum Schaulaufen der beiden Mannschaften. Denn über den Spielausgang entschied dieses Viertel nicht mehr. Das einzig Positive daran war, dass sich die Spieler von den beiden hinteren Enden der Bank noch mit reichlich Einsatzzeit auf dem Parkett zeigen durften. Selbstredend waren jedoch auch die Wechselspieler der Merlins treffsicher. Während die MLP Academics in der vergangenen Woche selbst einen Hunderter erzielt hatten, bekamen sie diesen heute selber eingeschenkt. Gertz verwandelte 26 Sekunden vor dem Ende per sehenswertem Floater – und brachte den ohnehin außer Rand und Band feiernden Crailsheimer Anhang auf ein höheres Niveau der Ekstase.

Frenki Ignjatovic: „Ich möchte Crailsheim zum verdienten Sieg gratulieren. Das Spiel beginnt mit drei offenen Dreiern – da weiß man direkt, dass das Spiel heute in eine falshce Richtung läuft. Wir haben uns nicht an die taktische Maßrichtung gehalten und Crailsheim zu ihrem Spiel kommen lassen. Das wir die zweite Halbzeit dann noch ausgeglichen gestalten – da können wir uns bei den jungen Spielern und meinem Kollegen bedanken. Jetzt müssen wir uns fokussieren und für die neue Aufgabe vorbereiten. Bei den Fans muss ich mich heute entschuldigen. Ein Tag zum Vergessen.“

Tuomas Iisalo: „Es ist denke ich klar, dass man immer etwas besser machen könnte und möchte. Doch generell bin ich sehr stolz und zufrieden. Das war vielleicht das schlechteste Spiel von Heidelberg in dieser Saison. Wir haben da schon sehr viel richtig gemacht. Doch vor uns liegt noch viel Arbeit.“

Für Heidelberg spielten: Niklas Würzner 12 Punkte, Christoph Rupp 11, Devin White 9, Philipp Heyden 8, Albert Kuppe 8, Vance Hall 6, Niklas Ney 4, Bernard Thompson 2, Hrvoje Kovacevic 2 und Constantin Schmitt.

Für Crailsheim spielten: Chase Griffin 19 Punkte, Konrad Wysocki 13, Michael Jost 11, Martin Bogdanov 11, Nimrod Hilliard IV 10, Christopher Dunn 9, Kevin Tiggs 9, Tuukka Kotti 8, Patrick Flomo 6, Lucas Gertz 5 und Jeramie Woods.

 

Lukas Robert