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31. Oktober 2017

Merlins überpowern Heidelberg

Die MLP Academics Heidelberg haben das zweite Spiel des Doppelspieltags verloren. Die Mannschaft von Frenki Ignjatovic unterlag in Crailsheim 83:61.

Zum besonderen Feiertag hatten sich die Crailsheim Merlins eine Halloween-typische Aktion ausgedacht: Die Mission der Hausherren lautete „Süßes für die Merlins, Saures für die MLP Academics“. Während sich auf den Rängen der Arena Ilshofen einige verkleidete Fans tummelten, waren die Hausherren zu Beginn des Spiels keinesfalls im Feiertagsmodus. Aktiv und engagiert gingen sie zur Sache – und führten ab Spielminute eins (9:4, 4 Spielminute). Heidelberg hielt anfänglich, wie bereits zuletzt, vor allem mit den Bigmen dagegen. Doch auch der Einsatz von Martin Seiferth und Evan McGaughey konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Merlins besser und auch aus der Distanz erfolgreicher waren. Die MLP Academics sahen dagegen vorerst wenig Land. Zur Viertelpause lagen sie zweistellig, genauer gesagt mit 12 Zählern, in Rückstand (23:11, 10.).

Foto: Michael Smith (Mitte) machte sein bisher bestes Spiel im Merlins-Dress. Gleich vier Heidelbergern bleibt da nur das Nachsehen.

Aufgrund der schwachen Leistung in Spielabschnitt eins gab es für die kurpfälzischen Gäste auch nach der kurzen Pause eine Menge Raum für Optimierungen. Weiterhin war jedoch der Wurm drin: Drei Heidelberger Dreier verfehlten das Ziel während auf der Gegenseite die leichten Fastbreak-Punkte durch Chase Griffin spielerisch gelangen. In Spielminute 13 klappten dann die ersten wirklich guten Aktionen der MLP Academics: Auf einen Buzzerbeater von Jaleen Smith folgte ein Korbleger von Carson Puriefoy – und veranlasste Tuomas Iisalo zur Auszeit (26:19). Vor wie nach der Auszeit war Iisalos bester Schützling Point Guard Frank Turner: Der US-Amerikaner führte seine Farben tempo- und erfolgreich an. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass Heidelberg nun präsenter und selbstbewusster auftrat. Nach einer gefühlten Ewigkeit war das Team von Frenki Ignjatovic endlich auf Augenhöhe (32:25, 17.). Da Crailsheim in der Folge offensivschwach auftrat, hätten die Gäste das Punktedefizit sogar weiter minimieren können. Doch dieses Unterfangen misslang. Zu schwach waren die Wurfquoten aus dem Feld (2er: 33%, 3er: 8%, FW: 57%). Der Halbzeitstand war deshalb mehr oder minder gleich: 34:25.

Crailsheim dominiert, Heidelberg schwächelt

Zwar klappte der Start in die zweite Halbzeit bedeutend besser, wirklich rund lief es jedoch auch jetzt nicht. Ignjatovics Team arbeitete sich allerdings erneut ins Spiel – trotz des Einsatzes gab es für den Headcoach einen zentralen Kritikpunkt: Ballmovement. In seiner ersten Auszeit in Halbzeit zwei sprach er selbiges entsprechend vehement an. In der Folge gab es jedoch weiterhin kein Heidelberger Offensivspektakel, sondern dominante Crailsheimer: Allen voran Center Sherman Gay und der bereits angesprochene Turner waren von den MLP Academics nicht zu bremsen (54:34, 27.). Während man zur Pause sich in Schlagdistanz wähnen durfte, lagen die Gäste vor dem Schlussabschnitt schier überdeutlich in Rückstand: 62:41.

Aus Heidelberger Sicht schien das Spiel also bereits verloren. Höchste Zeit also, um befreit aufzuspielen. Und das tat Heidelberg auch. Durch einen 7:0-Run verringerten die Gäste die Führung der Hohenloher. Die Hausherren fanden alsbald aber wieder zu ihrem Spiel. Spätestens mit einem weiteren Wysocki-Dreier, der sich mittlerweile warm geschossen hatte, war die Partie fünf Minuten vor dem Ende entschieden (74:51, 35.). Letztlich war die Offensivleistung der Kurpfälzer zu dürftig, um eine reelle Siegchance zu haben. Einzig im zweiten Viertel war das Team auf Augenhöhe. Selbstverständlich war dies bedeutend zu wenig, um bei stark aufgelegten Merlins eine Siegchance zu haben.

Statements und Stats:

Frenki Ignjatovic: „Erst einmal möchte ich den Crailsheimern und ihrem Trainer gratulieren. Ein verdienter Sieg. Das ist leicht zu sagen. Wir hätten eine Ausrede gehabt: Wir hatten wenig Zeit zu regenerieren, nur 48 Stunden. Davon halte ich aber nichts. Die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass die Wurfquote gegen Topmannschaften niedrig ist. Crailsheim ist ganz schwer zu spielen. Wir waren in der ersten Halbzeit in Reichweite, was aber daran lag, dass Crailsheim so gut wie nichts getroffen hat. In der Halbzeitpause haben wir dann gesagt, dass eine Mannschaft anfangen wird zu treffen. Wir haben gehofft, dass wir das sind, da diese Mannschaft auch das Spiel gewinnen würde. Crailsheim hat dann aber mehrere Dreier getroffen – und dominiert. Mit so einer Wurfquote, das ist entscheidend, hat man aber auch keine Chance gegen eine Topmannschaft zu gewinne“

Tuomas Iisalo: „Wir haben eine solide, eine gute erste Hälfte gespielt. Die Schüsse sind aber nicht gefallen. Wir haben viele gute Würfe kreiert, aber quasi nichts getroffen; die Teamdefensive war aber sehr gut. Wir haben sie aus ihren ersten Optionen regelrecht heraus gezwungen und erneut ein gutes Defensivspiel gemacht. In der zweiten Hälfte lief es dann deutlich besser. Wir sind etwas enttäuscht darüber, dass das Rebounding-Thema nicht so geklappt, wie erhofft. Für Michael Smith war es das Breakout-Game. Das können wir gut gebrauchen.“

 

Für Crailsheim spielten: Sherman Gay 15 Punkte, Michael Smith 15, Michael Cuffee 13, Frank Turner 12/11 Assists, Chase Griffin 12, Konrad Wysocki 9, Patrick Flomo 4/11 Rebounds, Sebastian Herrera Kratzborn 3 und Michael Jost.

Für Heidelberg spielten: Niklas Ney 9 Punkte, Carson Puriefoy 9, Evan McGaughey 8, Jaleen Smith 7, Martin Seiferth 7, Shy Ely 7, Niklas Würzner 6, Lennart Steffen 5, Albert Kuppe 3, Lukas Rosenbohm und Jakob Schöpe.