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25. Oktober 2015

Knappe Niederlage gegen Science City Jena

ProA-Ligist MLP Academics Heidelberg hat die Überraschung verpasst und mit 66-72 gegen Science City Jena verloren. Trotz großem Kampf reichte es am Ende nicht für den Sieg gegen eines der Topteams der ProA.

Am heutigen Spieltag war es endlich soweit: Die MLP Academics konnten zum ersten Mal in dieser Saison mit einem vollständigen Kader in ein Pflichtspiel gehen. Dies war auch nötig, denn der Gegner aus dem Osten Thüringens und momentane Tabellenzweite stellte die Mannschaft von Frenki Ignjatovic vor eine große Hürde. Von Beginn an entwickelte sich eine enge, aber äußerst zerfahrene Partie im Heidelberger OSP. Allein in den ersten 60 Sekunden der Partie leisteten sich die beiden Mannschaften vier Ballverluste. Diese Statistik wuchs zwar nicht bis zum Ende des Spiels linear an, doch eng und von Fehlern geprägt war die Partie durchgängig. Nach gut zwei Spielminuten fingen sich beide Mannschaften etwas, wobei die MLP Academics zuerst offensiv Akzente setzen konnten. Aaron Thomas, Bryan Smithson und Johannes Lischka punkteten bis Spielminute vier und brachten die Heidelberger mit 6-2 in Führung. Da die ohnehin defensivstarken Gäste aber nun konzentrierter agierten und ihrerseits kämpferische Akzente setzten, entwickelte sich zu keiner Zeit eine wirklich ansehnliche Partie. Bis zum Viertelende schenkten sich beide Mannschaften wenig und punkteten recht gleichmäßig, sodass es nach den ersten zehn Minuten 18-18 stand.

Im zweiten Spielabschnitt zeigten die MLP Academics dann ihre beste Leistung. Angeführt von den Bigmen Lischka und Trent Wiedeman – der heute seine Rückkehr auf das Parkett feierte – zogen die MLP Academics das Tempo an und erhöhten Punkt um Punkt. Auch T.J. Sapp, Niklas Würzner und Aaron Thomas punkteten mehrfach oder setzten kämpferische Akzente, sodass die Heidelberger den favorisierten Gästen mehr und mehr davon zogen. Diese verbuchten ihrerseits zwar viele Foulpfiffe für sich, konnten im heutigen Spiel aber nur magere 65-Prozent ihrer Freiwürfe treffen und ließen so zahlreiche Chancen ungenutzt. Mit dem Ertönen der Halbzeitsirene lagen die Heidelberger 37-31 vorne.

uch er konnte nicht genug Akzente setzen, um das Blatt am Ende nochmals zu wenden: Center Kristian Kuhn kam am Ende der Partie auf 9 Punkte und 6 Rebounds. Foto: Alfred Gerold
Auch er konnte nicht genug Akzente setzen, um das Blatt am Ende nochmals zu wenden: Center Kristian Kuhn kam am Ende der Partie dennoch auf 9 Punkte und 6 Rebounds. Foto: Alfred Gerold

In der Halbzeitpause fand Jena Coach Björn Harmsen offenbar die richtigen Worte, denn die personell geschwächten Gäste – Lars Wendt fehlte bereits zu Beginn der Partie, Julius Wolf musste ab dem Anfang des zweiten Viertels zusehen – hatten sich nun gefunden und drückten gehörig auf das Gaspedal. Mannschaftsdienlich und äußerst effektiv ließen die Saalestädter die Heidelberger Führung dahin schmelzen und gingen ihrerseits in Spielminute 26 in Führung. Die MLP Academics hielten zwar konstant dagegen, konnten das Blatt aber nicht wenden. Zahlreiche Foulpfiffe sowie eine mäßige Chancenverwertung dämmten den Heidelberger Erfolg ein und beließen die knappe 55-53-Führung zehn Minuten vor dem Ende der Partie auf Seiten der Gäste.

Doch obwohl die Heidelberger sich auch in diesem Spielabschnitt nie aufgaben, reichte es am Ende nicht mehr zu einem Sieg. Foulgeschwächt – Sapp und Smithson mussten bereits mehrere Minuten vor dem Ende der Partie mit fünf persönlichen Fouls von außen zusehen – und nicht konsequent genug verloren die MLP Academics am Ende mit 66-72. Trotz einer tollen Unterstützung der 634 Zuschauer, trotz eines abgebrühten Thomas, der seinem Gegenspieler in Spielminute 39 einen Dreipunktewurf einschenkte und die Heidelberger wieder kurzfristig auf 65-68 herangebracht hatte und trotz weiterer Chancen auf den Ausgleich musste sich das Ignjatovic-Team am Ende geschlagen geben. Der Überraschungserfolg gegen einen der Aufstiegsfavoriten blieb damit aus, doch die Tatsache, dass die MLP Academics auch gegen eine solch starke Mannschaft aus Jena mithalten und gar hätten gewinnen können, sollte Mut für die nächsten Wochen machen.

Björn Harmsen: „Wir sind relativ schlecht ins Spiel gekommen. Heidelberg hat uns unter Druck gesetzt, und wir haben einige Würfe verlegt. Wir hatten zwei Ausfälle zu verkraften und mussten uns darauf erst einstellen. Besonders nach der Halbzeitpause sind wir dann besser damit klargekommen und haben das Spiel dann nicht mehr aus der Hand gegeben.“

Frenki Ignjatovic: „Vom Ergebnis her kann man mit einem 66-72 gegen Jena, wenn man alles gegeben hat theoretisch zufrieden sein. Klar Jenas Defense ist gut, wir hatten 21 Turnover. Aber wenn du dich dann auf das Spiel vorbereitest und direkt mit drei, vier Ballverlusten ins Spiel startest, macht mich das als Trainer richtig sauer. Wir haben dann etwas besser getroffen und sind auch, denke ich, verdient in Führung gegangen. Es fällt mir schwer, dann in der zweiten Hälfte etwas zu den Schiedsrichtern zu sagen. Am Ende hat es aber leider dann einfach nicht gereicht, um hier gegen Jena zu gewinnen.“

Für Heidelberg spielten: Aaron Thomas 12 Punkte, T.J. Sapp 11, Kristian Kuhn 9/6 Rebounds, Trent Wiedeman 9/7 Rebounds, Bryan Smithson 6, Max Rockmann 6, Albert Kuppe 6, Johannes Lischka 5 und Niklas Würzner 2.

Für Jena spielten: Jelani Hewitt 13 Punkte/9 Rebounds, Ermen Reyes-Napoles 12, Immanuel McElroy 10, Georg Voigtmann 9, Oliver Clay 8, Lars Wank 6 und Julius Wolf.

 

Lukas Robert