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3. März 2021

In Ehingen gegen die jungen Wilden

Nach der dritten Vier-Siege-Serie in einer Saison reisen die Academics zum Auftakt des Doppelspieltages mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, aber auch Respekt vor einem unangenehmen Gegner nach Ehingen. Bisher ist es den Heidelbergern nicht gelungen, dem vierten auch einen fünften Sieg in Serie folgen zu lassen. Eine Serie wird also sicher reißen. Entweder die Siegesserie selbst oder die Serie der unterbrochenen Siegesserien

Die Ehinger gehören für gewöhnlich zu der Art Mannschaft, auf die man so früh wie möglich in der Saison treffen möchte. Denn die Mannschaft von Domenik Reinboth setzt sich in der Regel aus sehr jungen deutschen Spielern (aus dem eigenen Basketballinternat) und ebenfalls jungen Rookies aus Übersee zusammen. Zu Beginn der Spielzeiten ist meist erkennbar, dass die Youngster sich erst in der „Barmer 2. Basketball Bundesliga ProA“ akklimatisieren müssen. So starteten die Baden-Württemberger auch dieses Jahr mehr schlecht als recht in die Saison und konnten aus den ersten zwölf Spielen lediglich einen Sieg gegen die Römerstrom Gladiators Trier verbuchen. Die Moselaner waren damals jedoch direkt aus der Quarantäne gekommen und stark geschwächt.

Livestream:  ab 17:45 Uhr
https://www.mlp-academics-heidelberg.de/saison/liveportal?game=26916

Bei den Ehingern steht seit jeher der Ausbildungsgedanke im Vordergrund, weshalb man aufgrund einer solchen Serie nicht in Schockstarre verfällt. Einen Abstieg möchte man selbstredend vermeiden. Oberstes Dogma ist dies aber nicht. Nachdem nun per Umlaufbeschluss der Abstieg in der laufenden Saison ohnehin ausgesetzt ist, lässt es sich für die Gastgeber locker „drauflosspielen“, was diese Mannschaft noch unangenehmer machen dürfte.

Taktisch gefordert

Coach Reinboth ist dafür bekannt, dass er gerne tief in die Taktik-Kiste greift. So wechselt er häufig die Verteidungsformen, um den Gegner auf dem falschen Fuß zu erwischen. Es ist davon auszugehen, dass er die ballführenden Spieler auch mal mit einer Pressverteidung und die Schützen mit verschiedenen Zonenverteidungen überraschen wird. Mittel, mit denen Ehingen jüngst drei Siege in Serie holte (Phoenix Hagen, Tigers Tübingen, Artland Dragons). Auch gegen die Topteams Science City Jena und Kirchheim Knights war man jederzeit in Schlagdistanz und musste sich nur knapp mit fünf Punkten Unterschied geschlagen geben musste.

Ziel der Academics muss sein, die „jungen Wilden“ gar nicht erst in einen frühen Lauf kommen zu lassen und von Anfang an in der Verteidigung präsent zu sein. Besondere Aufmerksamkeit verdient hierbei sicherlich der US-Guard Jack Pagenkopf, der nicht nur Topscorer, sondern auch bester Ballverteiler seiner Mannschaft ist. Ihm folgen die US Amerikaner Hankerson, Oshita und Abrom. Zusammen erzielen diese vier Spieler über 56 Punkte im Schnitt und somit fast 70% der Gesamtpunkte der Ehinger.

Es wäre jedoch fatal anzunehmen, dass die deutschen Spieler eine untergeordnete Rolle spielen. Denn der effektivste Spieler der Gastgeber heißt Akim-Jamal Jonah. Er gehört zu den Top Reboundern der Liga und erreicht nahezu einen zweistelligen Punkteschnitt. Er wird unseren Centern das Leben sicherlich schwer machen wollen. Auch Ferenc Gille und Kevin Strangmeyer haben bereits in einigen Spielen bewiesen, dass sie den Unterschied machen können, und runden einen Kader ab, der mit geringen Mitteln aber viel Verstand zusammengesetzt wurde.