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17. April 2018

Herzschlagfinale: Heidelberg verliert in letzter Sekunde

Die MLP Academics Heidelberg haben das vierte Playoff-Spiel bei den RÖMERSTROM Gladiators Trier 88:89 verloren. Die Kurpfälzer verpassen die vorzeitige Serienentscheidung, sodass nun am Mittwoch ein alles entscheidendes Spiel fünf her muss. Dieses steigt am Mittwoch in Heidelberg – Tickets sind ab sofort im Online-Shop zu erwerben.

Für Heidelberg begann das Spiel äußerst schlecht: Die RÖMERSTROM Gladiators waren von Beginn an voll da, trafen ihre Distanzwürfe und erspielten sich eine erste Führung (11:4, 2. Spielminute). Die gut gefüllte Arena Trier war entsprechend früh auf Betriebstemperatur. Trotz der hitzigen Atmosphäre fingen sich die MLP Academics, denn ihnen gelangen defensive Stopps. Am offensiven Ende des Parketts konnten die Gäste daraus jedoch keinen Profit ziehen. Die Hausherren fanden dagegen zurück in die Spur. Ein weiterer Dreipunktewurf von Simon Schmitz zwang Frenki Ignjatovic deshalb zur Auszeit (18:6, 5.). Doch auch in der Folge an die Auszeit ließ Heidelberg vieles fahrlässig liegen, zeigte eine schwache Leistung und musste weiter abreißen lassen. Erst als Shy Ely in der Offensive das Heft des Handels regelrecht an sich riss, fand Heidelberg wieder statt. Marco van den Berg beorderte seine Mannschaft alsbald an die Seitenlinie (22:13, 8.). Die MLP Academics zeigten allerdings eine reife Leistung. Der Tabellendritte war der Aufgabe gewachsen und verkürzte bis zum Viertelende auf einen Zähler (27:26, 10.).

Auch im Anschluss an die erste Viertelpause blieben die Gäste das konzentriertere Team und sorgten für einen Führungswechsel. Neben einer guten Leistung profitierten sie dabei auch von einigen Unzulänglichkeiten im Spiel der RÖMERSTROM Gladiators. Die Hausherren verloren mehrfach den Ball und haderten mit dem eigenen Spiel (34:35, 15.). Heidelberg behielt derweil die Nerven und blieb das bessere Team. Dank eines Treffers von Kapitän Albert Kuppe stellten die MLP Academics auf plus sechs (40:46, 19.). Vor dem Ertönen der Halbzeitsirene folgten dann noch die beiden spektakulärsten Szenen der Partie: Zuerst packte Martin Seiferth Justin Alston bei seinem Alley-oop-Dunk aufs Poster, im Gegenzug verwandelte der US-Amerikaner selbigen Spielzug unbedrängt im Heidelberger Korb. Dennoch nahmen Ignjatovic und seine Schützlinge die Führung verdient mit in die Pause (44:48, 20.).

Heidelberg kontrolliert die zweite Halbzeit – und verliert

Nach dem Seitenwechsel fielen die MLP Academics jedoch wieder in „alte“ Muster. Wie schon zu Spielbeginn liefen sie der Musik nur hinterher. Trier traf direkt den ersten Distanzwurf nach dem Seitenwechsel und hängte den Heidelbergern Fouls an. Evan McGaughey sorgte aus der 6,75-Meter-Distanz jedoch für Entlastung. Dieser Moment war sinnbildlich für die Leistung der Gäste: Der Tabellendritte machte die Big Plays und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Heidelberg hatte immer eine Antwort parat – und wurde dabei von den lautstarken kurpfälzischen Fans, darunter Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckardt Würzner, immer weiter gepusht (58:63, 27.). Die RÖMERSTROM Gladiators suchten und fanden Antworten auf den Rückstand, doch bei Heidelberg regierte das Teamplay. Und die Gäste trafen die wichtigen Würfe. Als dann Alston zum Abschluss des dritten Viertels den ersten Freiwurf der Moselstädter in der gesamten Serie verlegte, kochte der Gästeblock endgültig über (67:76, 30.).

Foto: Shy Ely zeigte pünktlich zur Hochphase der Saison sein ganzes Können. Der US-Amerikaner markierte 24 Punkte und war von Trier zu keiner Zeit auszubremsen. Foto: Thomas Disqué.

Während bei den MLP Academics der Glaube an den Sieg und das Halbfinale Bann brach, versuchte Trier alles, um das vorzeitige Saisonende abzuwenden. Die Rheinland-Pfälzer kämpften und versuchten den Turnaround zu erzwingen. Doch dieser misslang vorerst. Heidelberg ließ alles auf dem Feld und behielt spielerisch auch in den folgenden Minuten die Nerven. Da jedoch Frenki Ignjatovic in der 34. Spielminute ein technisches Foul kassierte und Niklas Würzner kurz darauf sein fünftes Foul kassierte, witterten die Trierer Morgenluft (70:78, 35.). Ignjatovic bat zur Auszeit – und im Anschluss daran stellte Jaleen Smith wieder auf plus 10. Der US-Amerikaner sei an dieser Stelle einmal herausgehoben. Denn trotz eines privaten Schicksalsschlags in der Nacht vor dem Spiel stellte er sich in den Dienst seiner Mannschaft und machte sein mutmaßlich bestes Saisonspiel. Doch die RÖMERSTROM Gladiators gaben sich noch nicht geschlagen. Jermaine Bucknor und Simon Schmitz packten ihr Team auf die Schultern (76:82, 37.). Bucknor brachte den Glauben an den Sieg mit einem langen Mitteldistanzwurf dann endgültig zurück in die Arena Trier – und sorgte für eine weitere Spannungssteigerung in der ohnehin schon kaum zu steigernden Schlussphase (80:84, 39.). Heidelbergs Foulproblematik sorgte für ihr übriges. Entschieden wurde die Partie dann fünf Sekunden vor dem Ende der Partie. Nach einem vieldiskutierten Foul von Niklas Ney an Simon Schmitz verwandelte Triers Point Guard beide Freiwürfe, stellte auf 89:88 und in der Serie auf 2:2.

Nach dem abermaligen Ausgleich geht die Playoff-Serie nun in ein alles entscheidendes fünftes Spiel. Dieses steigt am kommenden Mittwoch im Heidelberger Olympiastützpunkt. Tickets sind bereits jetzt im Online-Shop erhältlich.

Am Rande sei noch erwähnt, dass Frenki Ignjatovic in der Halbzeitpause Protest gegen die Wertung des Spiels einlegte. Der Serbe bemängelte insbesondere bei Jermaine Bucknor eine fehlerhafte Anzeige der Trierer Foulbelastung.

Statements und Stats

Frenki Ignjatovic: „Es gehört zu unserem Job, dass wir auch solche Spiele verlieren – oder gewinnen. Obwohl ich reichlich Erfahrung habe, habe ich auf diese Art und Weise noch kein Spiel verloren. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Mannschaft. Nur in den ersten vier Minuten und den letzten vier Minuten haben wir nicht unseren Plan ausgespielt. Heute haben wir bezüglich unserer Inside-Defensive und im Rebounding einen sehr guten Job gemacht und Trier eigentlich alle Stärken weggenommen. Den Schmerz den man nach solch einer Niederlage verspürt ist in diesem Moment, als wenn ein Familienmitglied stirbt. Allerdings nur in diesem Moment. Dieser wird vorbeigehen.“

Marco van den Berg: „Ich bin sehr, sehr stolz auf unsere Mannschaft. Keiner hat den Kopf hängen gelassen. Obwohl Heidelberg besonders in der Offensive überragend gespielt hat. Wir mussten sehr, sehr lange warten, um das Ganze zu drehen. Diese minimale Chance haben wir genutzt. Lob für meine Mannschaft aber auch für Heidelberg für ein sehr gutes Spiel.“

Für Trier spielten: Jermaine Bucknor 24 Punkte, Justin Alston 22, Simon Schmitz 19, Thomas Grün 7, Lucien Schmikale 5, Johannes Joos 4, Kevin Smit 4, Kyle Dranginis 2, Anton Shoutvin 2 und Thomas Henkel.

Für Heidelberg spielten: Shy Ely 24 Punkte, Jaleen Smith 17, Evan McGaughey 16, Albert Kuppe 8, Eric Palm 8, Niklas Würzner 7, Martin Seiferth 4 und Niklas Ney 4.