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28. März 2022

Heißer Kampf gegen die Fraport Skyliners erwartet

Nur drei Tage nach der Niederlage gegen die Hamburg Towers haben die MLP Academics Heidelberg gegen die Fraport Skyliners die nächste Chance, enorm wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu sammeln. Zwar befinden sich die Heidelberger momentan auf dem 12. Tabellenplatz, doch die Sicherheit trügt. Fünf Teams besetzen punktgleich mit neun Siegen die Plätze 12 bis 16, sodass die Academics immer noch in Gefahr sind, blitzschnell abzurutschen. Noch weiter abrutschen können die Fraport Skyliners hingegen nicht. Die Frankfurter rangieren mit sechs Siegen momentan auf dem letzten Tabellenplatz, zeigen sich in den letzten Spielen aber vor allem defensiv stark verbessert und zeigen großen Einsatz und Willen im Kampf um den Klassenerhalt. Dementsprechend kann man sich am morgigen Dienstag auf ein heiß umkämpftes Duell einstellen, in dem es für die Gastgeber sicherlich auch darum gehen muss, den direkten Vergleich gegen die Skyliners zu sichern und die unglückliche 87:82-Hinspiel-Niederlage in Frankfurt auszugleichen.

Situation des Gegners

Die ganze Saison über bewegen sich die Fraport Skyliners im Tabellenkeller der easyCredit BBL. Schon nach dem Saisonstart ohne Sieg aus den ersten fünf Ligaspielen war klar, dass die Saison eine schwierige werden würde. Durch eine starke Phase mit vier Siegen aus acht Spielen zwischen November und Januar konnten die Frankfurter sich nicht zuletzt dank der Nachverpflichtung von Will Cherry etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen, doch je weiter das Jahr 2022 fortschritt, desto misslicher wurde die Lage am Main. Niederlage reihte sich an Niederlage und die Mannschaft rutschte immer weiter in den Abstiegsstrudel, bis sich die Vereinsleitung nach der bitteren Auswärtsniederlage in Würzburg – der achten in Folge – am 17. März dazu entschied, Cheftrainer Diego Ocampo von seinen Aufgaben zu entbinden. Seitdem ist der Ernst des Abstiegskampfes endgültig in Frankfurt angekommen und die Mannschaft konnte bisher die richtige Reaktion zeigen. Im ersten Spiel nach der Beurlaubung Ocampos, unter Führung von Co- Trainer Klaus Perwas, konnten die Skyliners die Basketball Löwen Braunschweig niederringen. Auch im ersten Spiel unter dem neu verpflichteten Headcoach Luca Dalmonte zeigten die Hessen einen großen Kampf und hielten ratiopharm Ulm defensiv hervorragend in Schach, auch wenn sie sich trotzdem knapp mit 58:61 geschlagen geben mussten. Die MLP Academics Heidelberg erwarten im SNP dome also eine Mannschaft, die es versteht, defensiv alles zu geben und den Gastgebern das Leben bis zur letzten Minute erschweren wird.

Mit Luca Dalmonte konnten die Fraport Skyliners einen Headcoach gewinnen, der reichlich Erfahrung in der italienischen Serie A und als Co-Trainer der italienischen Nationalmannschaft mitbringt. Foto: Dmitrij Zibart // ZIBART.DE

Player to Watch

Will Cherry ist wohl der mit Abstand wichtigste Spieler im Frankfurter Kader. Ende Oktober verpflichteten die Skyliners den Point Guard, der Erfahrung bei europäischen Top-Clubs wie Zalgiris Kaunas und Olympiacos Piräus mitbringt. Zu diesem Zeitpunkt standen die Hessen mit einer Bilanz von 0:5 schon tief im Tabellenkeller und vor allem auf der Point Guard Position war klar, dass dringend Verstärkung benötigt wird. Diese konnte Cherry von Beginn an bringen. In seinem ersten Spiel für die Skyliners, das seine Mannschaft gegen ratiopharm Ulm gewinnen konnte, lieferte der Absolvent der University of Montana direkt 14 Punkte, fünf Rebounds und sieben Assists und hatte somit einen großen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft.

Über die Saison hinweg konnte Cherry diese Leistung bestätigen. Pro Spiel legt der 31-Jährige im Schnitt 14,4 Punkte, 4,0 Rebounds und 5,0 Assists auf und ist mit seiner Erfahrung ein unglaublich wichtiger Leader für das in großen Teilen sehr junge Frankfurter Team. Wie gut Cherry dem Frankfurter Spiel tut, lässt sich auch in der Plus-Minus-Statistik ablesen, die beschreibt, wie viel Punkte eine Mannschaft mehr oder weniger als ihr Gegner erzielt, während ein bestimmter Spieler auf dem Spielfeld ist. Hier hat Cherry mit +1,9 den einzigen positiven Wert seiner Mannschaft, was umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass die Skyliners im Schnitt ihre Spiele mit 8,2 Punkten verlieren.

Will Cherry stand in der Saison 2015/16 gemeinsam mit Rob Lowery im Kader von ALBA BERLIN. Foto: Dmitrij Zibart // ZIGART.DE

Schlüssel zum Spiel

Das größte Problem der Fraport Skyliners ist in dieser Saison ihre Offensive. Während die Hessen eine Defensive stellen, die im guten Mittelfeld der Bundesliga angesiedelt ist, ist die Skyliners- Offensive mit Abstand die Schlechteste der Liga. Nur 72,6 Punkte erzielen die Frankfurter pro Spiel, womit sie ganze sechs Punkte Abstand auf den Vorletzten in dieser Kategorie, die MLP Academics Heidelberg, haben. In dieses Bild passt, dass die Skyliners die schlechteste Wurfquote der Liga aufweisen und sich die drittmeisten Ballverluste pro Spiel leisten. Trotz allem sollten die Academics die Aufgaben, die auf ihre Defensive zukommen, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vor allem durch die individuelle Klasse einzelner Akteure, wie den Euroleague-erfahrenen Will Cherry und Jamel McLean oder den beiden Top-Talenten Brancou Badio und Len Schoorman, sind die Skyliners durchaus zu Scoring-Runs fähig.

Mit Jamel McLean konnten die Fraport Skyliners den BBL-MVP der Saison 2014/15 nachverpflichten. Foto: PHOTOJUR – Julian Reckmann

Im eigenen Angriff sollten die Academics vor allem unter dem Korb vor Matt Haarms gewarnt sein. Mit seinen 2,21 Metern ist der Niederländer, der bei den Frankfurtern seine erste Profisaison spielt, ein formidabler Ringbeschützer, der pro Spiel 1,3 Würfe blockt – was der drittbeste Wert der easyCredit BBL ist. An der Dreierlinie hingegen lassen die Fraport Skyliners ihren Gegner bisher deutlich zu viel Platz: Mit 39,2 Prozent lassen sie die beste gegnerische Dreierquote aller BBL-Teams zu. So ist es für die Academics womöglich ein probates Mittel, bei ihren Big Men Brekkott Chapman und Max Ugrai noch mehr als sonst auf deren Fähigkeiten aus der Distanz zu vertrauen – zum einen, weil sich der Platz ohnehin bietet, zum anderen um Matt Haarms in der Defensive so aus der Zone zu locken.

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  • Titelbild: Lukas Adler // ladler.photography / Im Hinspiel gegen die Fraport Skyliners, welches die Academics sehr knapp mit 87:82 verloren.
  • Text: Niklas Pempe