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13. Januar 2021

Heidelberger „Bravehearts“ bezwingen Trierer Gladiatoren

Genügend Ausreden hätte man anführen können. Sich nach einem hohen Rückstand hinter ihnen verstecken können. Man hätte erklärt, dass man aus dem Rhythmus war, noch nicht bei 100% sei, erstmal wieder zur normalen Spielhärte zurückfinden müsste. Aber unsere Jungs scheinen aus einem anderem Holz geschnitzt.

Doch der Reihe nach…

Nach langen 5 Wochen Zwangspause ging es endlich zurück aufs Parkett. Als Schlüssel zum Erfolg wurde im Vorfeld der Partie ein guter Einstieg in das Spiel erachtet, um sofort wieder in die Spur zu finden. Doch dies gelang den Academics gegen physisch stark agierende Trierer zunächst überhaupt nicht. Zwar gehörte die erste Führung der Partie den Heidelbergern mit 0:1, doch die Moselstädter legten einen 15:4 Lauf hin. Zu einfach wäre es, den hohen Rückstand auf den fehlenden Spielrhythmus oder das Fehlen von Armin Trtovac zu schieben. Zu eklatant waren die Schwächen in der 1 gegen 1 Verteidigung, zu sehr verließ man sich beim Pick and Roll auf die Hilfe durch andere Verteidiger. Auch offensiv ließ man teilweise einfachste Punkte liegen. Erwähnt sei an der Stelle, dass Trier ebenfalls auf ihren Big Man Kalidou Diouf (Verletzung) sowie Evergreen Jermaine Bucknor verzichten musste.

Nach einem kurzen Zwischenspurt zum 15:13 (7. Minute) keimte zunächst Hoffnung auf, dass man nun endgültig im Spiel sei. Doch weit gefehlt. Ein ums andere Mal schnitten die Trierer Spieler durch die Heidelberger Defensive wie mit dem heißen Messer durch Butter. Allen voran Monteroso, der fast nach Belieben mit Korblegern am Brett abschließen konnte. So kam es nach einem Viertelstand von 22:20 aus Trierer Sicht zu einem unerklärlichen 21:2 Lauf innerhalb weniger als 4 Minuten.

Nun sollte jedoch eine erstaunliche Reaktion der Heidelberger folgen. Ein ums andere Mal punkteten die Neckarstädter durch gutes Teamplay und arbeiteten sich bis zur Halbzeit Stück für Stück heran. Auch in der Defensive wurde nun deutlich effektiver gearbeitet, wodruch den Gladiators in den letzten 6 Minuten der ersten Halbzeit nur noch 8 Punkte gelangen. Das Resultat ein 49:47 Halbzeitstand.

So ging es nun also in die letzten 20 Minuten, die aus Sicht der Heimmannschaft einen optimalen Beginn (2 Dreier durch Thomas Grün) zur zwischenzeitlichen 6 Punkte Führung nahmen. Doch dadurch ließen sich die Academics, die nun etwas selbstbewusster wirkten, nicht beeindrucken. Im Gegenteil! Eine Minute vor Ende des dritten Viertels leuchtete auf einmal ein 61:69 zu Gunsten der Gastmannschaft auf der Anzeigetafel. War etwa doch ein Auswärtssieg nach so langer Pause drin? Würde die Kraft reichen? Zumindest ging es mit einer sieben Punkte Führung in das letzte, alles entscheidende Viertel.

In diesem vertraute Coach Frenki zunächst auf Ely, Kuppe, Würzner, Geist und Loh, dem es auch vorbehalten war die ersten Heidelberger Punkte im Schlussabschnitt zu erzielen. Was nun folgte war ein relativ offener Schlagabtausch, in welchem der Heidelberger Vorsprung zunächst relativ konstant blieb. Doch wie schon in den ersten 30 Minuten gelang es kaum, Matt Freeman, den jüngsten Neuzugang der Trierer, zu stoppen. Doch auch Evan McGaughey und Albert Kuppe schienen etwas gegen einen erneuten Turnaround zu Gunsten der Heimmannschaft zu haben und zwangen Marco van den Berg mit 2 erfolgreichen Dreiern in Folge zur Auszeit beim Stand von 74:83 und noch knapp 5 Minuten zu spielen.

Dem geneigten Fan konnten nun Erinnerungen an das letzte Spiel in Rostock einholen, als man beim Tabellenführer im letzten Viertel ebenfalls deutlich in Führung lag, um am Ende das Spiel doch noch aus der Hand zu geben. Zumindest Frenki schien sich zu erinnern und griff nach 12 weiteren Sekunden (es folgte ein 2 Punkt Treffer durch Grof) zur schnellen Auszeit beim Stand von 76:83.

Diese verpuffte zunächst, denn die Moselstädter hatten nun wieder die Hoffnung, das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen. Sowohl Freeman als auch Adams erzielten ihre Punkte 15 und 16 und stellten zum zwischenzeitlichen 80:85 bei nur noch 3:39 zu spielen. Auszeiten sind nicht das beliebteste Mittel von Coach Frenki, aber er spürte, dass die Mannschaft ihn nun brauchen würde. Also nahm er direkt eine weitere, um seine Jungs auf die letzten Minuten vorzubereiten.

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