Aufklappen
26. Dezember 2017

Heidelberg lässt große Chance ungenutzt

Die MLP Academics Heidelberg haben das Jahr mit einer Niederlage abgeschlossen. Der bisherige Tabellendritte unterlag den Uni Baskets Paderborn 75:79.

Der Beginn ins erstmalig an Weihnachten stattfindende Christmas-Game verlief schleppend. Beide Mannschaften fanden nur äußerst schwer ins Spiel – Paderborn hatte hier jedoch Vorteile. Die Gästeverteidigung setzte den Heidelbergern schwerer zu als gedacht, sodass sich Frenki Ignjatovic zu seiner ersten Auszeit gezwungen sah (5:11, 4. Spielminute). Wirklich besser wurde es jedoch auch in der Folge nicht. Bei den Uni Baskets fielen nahezu alle Würfe, bei den MLP Academics klappte nahezu nichts. Dennoch versuchte sich der Tabellendritte, ins Spiel zu arbeiten. Dieses Unterfangen erwies sich jedoch als schwierig. Erst zum Ende des Viertels gelang es, den Vorsprung auf unter zehn Punkte zu drücken. Die Uni Baskets verdeutlichten mit einem Buzzerbeater-Dreier jedoch, dass heute für sie alles zu laufen schien (18:29, 10.).

Obwohl das Spiel im ersten Spielabschnitt mehr oder weniger an Heidelberg vorbeigelaufen war, ließen sich die Hausherren nicht von ihrem Gameplan abhalten. Und das half. Denn sie haderten nicht, sondern handelten. Die Folge war ein kleiner Zwischensprint und mehrere Fastbreaks, welche Uli Naechster zu einer Auszeit zwangen (24:31, 13.). Seine Mannschaft war nun zwar wieder präsent, die MLP Academics jedoch weiterhin mittendrin statt nur dabei. Einmal mehr ein Muster an Galligkeit und Verbissenheit war Niki Würzner, welcher seine Gegenspieler defensiv entnervte und offensiv viel Energie aufs Feld brachte. Allerdings war es nicht Würzner, sondern Kuppe, welcher per Dreier das Spiel ausglich (33:33, 16.). Fehlerbehaftet ging es jedoch weiter – weswegen Paderborn wieder davonzog und Ignjatovic abermals zur Ansprache bat. Diesmal fruchtete die Neujustierung so gut, dass sich die Hausherren zur Pause eine Führung erspielten (41:39, 20.).

Kuppe führt Heidelberg an – doch das ist zu wenig

Nachdem der Start in Halbzeit eins völlig missraten war, agierten die MLP Academics in der zweiten Hälfte zu drucklos. Gut war diese Leistung nicht. Abermals zogen die Uni Baskets daraus ihre Vorteile. Unter anderem sei an dieser Stelle Philip Daubner zu nennen, welcher wieder auf +9 für Paderborn stellte (43:52, 26.). Die Heidelberger kämpften verbissen, doch wirklich gelingen, wollte wenig. Devonte Browns Dreier mit ablaufender Schussuhr zum Viertelende verdeutlichte dies dann noch einmal. (54:61, 30.).

Foto: Niklas Würzner war mit 19 Punkten, 8 Rebounds und 5 Assists einer der besten Heidelberger. Dennoch reichte es am Ende nicht zum Erfolg. Foto: Thomas Disqué. 

Es galt für Heidelberg also abermals, einen Schlussspurt zu starten. Zumindest der Start gelang dabei, nach kleinem Anlauf, vorbildlich. Denn die Hausherren agierten nun in einer Zonenverteidigung und stellten die Paderborner vor zeitweise unlösbare Aufgaben. Und nachdem dann Kuppe noch zwei Dreier in Folge versenkte, schien das Spiel abermals gedreht. (62:61, 33.). Morgan Grim, der nunmehr mit vier Fouls agierte, hatte jedoch gegen den erneuten Heidelberger Sieg etwas einzuwenden. Der Kapitän der Gäste war offensiv kaum zu stoppen – und machte unter der Bigmen-Riege den Unterschied. Dennoch war es nicht ausschließlich der 29-Jährige, welcher dafür sorgte, dass die Paderborner mit einer Führung in die Crunchtime gingen. Auch Maximilian Kuhle und Co. agierten auf einem Niveau, um Heidelberg auf Distanz halten (73:75, 39.). Letztlich war dann auch das Aufbäumen zum Spielende zu wenig. Zu abgezockt und treffsicher waren die Gäste, zu fehlerhaft die Heidelberger Vorstellung.

Am Ende stand somit eine verdiente, somit aber nicht weniger bittere 75:79-Niederlage, welche bei der kompletten Mannschaft zu Verdruss und schlechter Laune sorgte. Das durchaus gute Kalenderjahr 2017 endet damit mit einem „Geschmäckle“ und wird auch über Silvester hinaus von Ignjatovic thematisiert werden.

Statements und Stats

Uli Naechster: „Wir haben uns heute ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht. Wir haben in zwei Spielen innerhalb von fünf Tagen zweimal gezeigt, dass wir mithalten können. Deshalb geht das Ergebnis heute sicherlich in Ordnung. Ich bin froh, dass wir in den vergangenen Tagen die ein oder andere Stellschraube anziehen konnten. Zudem haben wir wichtige Plays gemacht und wichtige Würfe getroffen.“

Frenki Ignjatovic: „Erst einmal Glückwunsch an Uli, ein absolut verdienter Sieg. Schon die letzten paar Wochen verfolgt es uns, dass wir im ersten Viertel oftmals unseren schlechtesten Basketball spielen: Wir haben da an Paderborn eine Einladung verschickt. Die Mannschaft kam mit großer Moral zurück, dafür muss ich ihr Respekt zollen. Die Zone in der zweiten Halbzeit hat dann gewirkt. Der einzige Unterschied ist letztlich die Zweier-Quote bei Paderborn. Das ist ganz, ganz schwer dafür Worte zu finden. Mit einem Sieg heute hätten wir uns auf Platz drei gefestigt. Jetzt müssen wir aufpassen, gehen aber erst einmal in die kleine Pause.“

Für Heidelberg spielten: Albert Kuppe 21 Punkte, Niklas Würzner 19, Shy Ely 12, Jaleen Smith 8, Eric Palm 5, Niklas Ney 5, Evan McGaughey 5, Martin Seiferth und Jakob Schöpe.

Für Paderborn spielten: Morgan Grim 22 Punkte, Devonte Brown 17, Maximilian Kuhle 12, Philip Daubner 7, Ethan O´Day 7, Hunter Cotton 6, Dion Prewster 5, Fritz Hemschemeier 3 und Luca Kahl.