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30. April 2019

Ein Krimi zum Saisonende – Halbfinalaus gegen Nürnberg

Die Saison der MLP Academics Heidelberg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ist mit der 79-85 Niederlage in Nürnberg beendet. Die Falcons erspielen sich durch das 3-1 das sportliche Aufstiegsrecht und werden laut Ralph Junge in der nächsten Saison in der BBL antreten.

Die Partie startete sehr gut für die Academics. Die Befürchtungen, dass man die Niederlage von Samstag nicht richtig verkraftet habe, konnten schnell vergessen gemacht werden. Shy Ely, Dan Oppland und Niklas Würzner sorgten für eine frühe komfortable 15-9 Führung, was genau nach dem Heidelberger Geschmack war. Man hatte das Gefühl, dass die Academics die Kontrolle über die Partie hatten und so beendete Heidelberg beim Stand von 16-25 aus Nürnberger Sicht das Viertel.

Bis zur Halbzeit zeigte die Partie einen ähnlichen Spielverlauf. Zwar erlaubten die Academics Robert Oehle den ein oder anderen einfachen Punkt, jedoch gab es keinen Freiraum für die Scharfschützen Nürnbergs. Das große Problem der Academics waren aber wieder einmal die vielen Fouls. Mit 16 Fouls in der ersten Halbzeit war man stets geschwächt auf dem Feld und musste viel rotieren. Dennoch hatte das Team von Branislav Ignjatovic weiterhin die Kontrolle über die Partie und ging mit einer 42-36 Führung in die Halbzeit.

Aus der Pause heraus legten die Falcons aber angespornt von 1500 Zuschauern stark los und reduzierten den Abstand Punkt für Punkt, konnten aber nicht an den Academics vorbeiziehen. In diesem Zeitraum ist vor allem Niklas Würzner zu nennen, der mit einer unfassbar guten Mentalität die Mannschaft auf dem Feld anleitete und so immer wieder den Vorsprung am Leben hielt. Langsam aber sicher fingen die Falcons aber an mit den gefürchteten Dreipunktewürfen, die dem Spiel eine neue Komponente gaben.

Mit der kleinst möglichen Führung ging es ins letzte Viertel, wo ein Krimi auf den Eventpalast in Nürnberg warten sollte. Die Partie war auf absoluter Augenhöhe, wie bereits die ganze Serie zeigte. In den letzten 5 Minuten war das Wurfglück aber auf Nürnberger Seite. Vor allem ein wilder Dreipunktewurf mit Brett gegen Ablauf der 24-Sekundenuhr von Jackson Kent ließ erahnen, dass Nürnberg wohl die Oberhand behalten würde. Die Academics gaben sich aber nicht auf. Niklas Würzner und Dan Oppland, die beide sehr starke Playoffs spielten, bissen die Zähne zusammen um Heidelberg ein Spiel 5 zu bescheren. Vergebens, wie sich wenige Augenblicke später herausstellte. Nürnberg behielt die Nerven von der Freiwurflinie und gewinnt am Ende die ausgeglichene Partie mit 85-79.

Somit hat die Saison der MLP Academics Heidelberg ein Ende gefunden. Wie beide Trainer auf der Pressekonferenz erwähnten, war die Serie auf Augenhöhe, wobei Nürnberg in den entscheidenden Phasen cleverer agierte, aber auch das nötige Glück auf der Seite hatte. Dazu entschied sich die Serie auch an der Freiwurflinie. Über alle 4 Spiele gerechnet hatten die Falcons 42 Versuche mehr an der Linie als Heidelberg. Zudem kämpften die Academics in jeder der 4 Partien mit Foulproblemen, die schlussendlich den Zahn für die tapfer kämpfende Mannschaft zog.

Doch auch bei all den negativen Emotionen bleibt festzuhalten, dass der Basketball in Heidelberg eine große Zukunft haben wird. Die Strukturen bei den MLP Academics Heidelberg haben sich gefestigt und ein Gerüst an Spielern ist über die Jahre entstanden. Auch auf den Rängen gibt es eine positive Entwicklung. Die Zuschauerzahlen und der Support in Heidelberg entwickeln sich positiv. Man darf gespannt sein, wohin der Weg in den nächsten Jahren mit Hinblick auf die neue Halle mit 5000 Plätzen gehen wird.

Stats:

Für Heidelberg spielten. Palm (13 Punkte, 2 Rebounds, 1 Assist), Smith (4,6,3), Schmitt (2,0,0), Ely (13,2,3), Liyanage (2,1,0), Ney (5,3,1), Heyden (4,3,1), Oppland (15,7,1), Aichele (0,0,0), Würzner (21,5,2)

Für Nürnberg spielten: Pongo (15,3,8), Sanders (4,1,1), Gahlert (0,0,0), Haßfurther (4,1,1), Omuvwie (2,3,0), Maier (0,0,0), Schröder (8,1,2), Parker (1,0,0), Wainright (19,8,1), Oehle (16,9,1), Kent (16,5,4), Bauer (0,0,0)

 

Branislav Ignjatovic:

Zunächst einmal möchte ich Ralph und die Organisation der Falcons zum sportlichen Aufstieg beglückwünschen. Es ist schön zu sehen, dass es hier im deutschen Basketball eine solche Cinderella-Story gibt. Ich bin sehr traurig, dass die Saison mit dem Spiel heute beendet ist. Die Spieler haben Mentalität bewiesen, wurden aber am Ende nicht belohnt. Es gibt viele Gründe für das Ausscheiden, wie die Freiwurfdifferenz oder die Intensität in der Verteidigung. Wir haben eine gute Saison gespielt und blicken jetzt weiter nach vorne. Der Weg in Heidelberg ist noch lange nicht beendet und deshalb arbeiten wir Tag für Tag weiter, um die nächsten Schritten zu gehen.

Text: Yannik Barwig

Foto: Thomas Disqué