5. März 2021

Ein hartes Stück Arbeit mit verdientem Lohn

Ohne den verletzten Sa’eed Nelson gelingt den Heidelbergern der fünfte Sieg in Folge. Somit ist nun auch die Auswärtsbilanz positiv. Nach hartem Kampf gegen den erwartet schweren Gegner setzt sich letztlich die etwas glücklichere aber eben auch routiniertere Mannschaft mit 91:85 durch. Topscorer auf Seiten der Academics waren Geist (19), Heyden (18) und Willett (17 Punkte, 19 Rebounds). Am Sonntag geht es zum Derby nach Karlsruhe

Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Sa’eed Nelson war Coach Frenki gezwungen von seiner gewohnten Starting Five abzurücken. An seine Stelle trat Jordan Geist, der auch gemeinsam mit Evan McGaughey das erste optische Highlight mit einem schönen Alley Oop Anspiel setzte. Nach einem offenen Schlagabtausch zu Beginn und einer 13:12 Führung der Kurpfälzer gelang es den Gastgebern sich erstmals durch einen 10:0 Lauf auf 22:13 abzusetzen. Jeder, auch teils wilde Abschluss des „Team in Green“ fand in dieser Phase sein Ziel. Grund genug, das Gesehene einmal mit seinen Jungs aufzuarbeiten, dachte sich auch der Heidelberger Coach und nahm eine Auszeit. Bis zum Viertelende konnte man den Rückstand zumindest auf 5 Punkte verkürzen. Ärgerlich, dass sich Niki Würzner zum wiederholten Mal in dieser Saison ein technisches Foul wegen Meckerns abholte, womit die Ehinger das zweite Viertel mit einem Freiwurf beginnen durften

Stepback-Fadeaways und Buzzer Beater

Es war ersichtlich, dass der Gameplan der Academics es vorsah, die Größenvorteile unter dem Korb auszuspielen, wohingegen die Ehinger eher über ein hohes Tempo versuchten, die Defensive ihres Gegners vor Probleme zu stellen. Dies gelang ihnen aus Heidelberger Sicht leider viel zu häufig. Entweder konnten die Gastgeber durch energischen Zug zum Korb Freiräume für ihre Schützen kreieren oder aber selbst am Korb abschließen. Die beiden Guards Pagenkopf und Abrom hatten zu diesem Zeitpunkt bereits 18 Punkte erzielt und erneut eine neun Punkte Führung herausgespielt. Die “jungen wilden” spielten wie zu erwarten befreit auf und versenkten ihre Würfe weiter nach Belieben. Step-Back Fadeaways, Würfe am Mann, Buzzer Beater und Dreier aus allen Lagen. Eine wahre Augenweide, wenn man es mit den Württembergern hielt.

Wieder der alte? Geist in Nelsons Abwesenheit Topscorer (Foto: Thomas Disqué)

Dominierten bei den Ehingern die Guards das Geschehen, so waren auf Heidelberger Seite bis dahin vor allem Heyden (14 Punkte) und Geist (11 Punkte, 3 Assists). Da nicht nur die Heidelberger ihre Defense in der Umkleidekabine vergessen hatten, sondern auch die Ehinger sich eher um die Offense kümmern wollten, war der Rückstand zur Halbzeit mit 48:44 noch überschaubar, gab aber zu denken. Auch in der Offensive fehlte trotz der hohen Punkteausbeute sichtlich die ordnende Hand von Point Guard Nelson.

Eine zweite Halbzeit mit denkbar schlechtem Beginn

Die zweite Halbzeit begann denkbar ungünstig. Nachdem sich Würzner stark gegen seinen Gegenspieler durchsetzte, fand er Shy Ely an der Dreierlinie, der erfolgreich verwertete. Leider hatten die Schiedsrichter zuvor allerdings ein Offensivfoul durch Heyden abseits des Balles wahrgenommen und erkannten den Treffer ab. Die schwerwiegendere Meldung aus Heidelberger Sicht erfolgte jedoch nur wenige Augenblicke später, als Jordan Geist verletzt humpelnd vom Feld musste. Somit waren zwei Point Guard Optionen (Nelson und Geist) raus, was die Gastgeber zu nutzen wussten und sich auf 58:51 absetzten. Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Defensive bei Trefferquoten von 59% aus dem Zweipunktbereich und 50% Dreier weiterhin viel zu einfache Abschlüsse zuließ.

Entwarnung bei Geist

Wie auch in Halbzeit eins versuchte man Phillipp Heyden immer wieder in Position zu bringen. Meistens mit Erfolg. Bis zu seiner Auswechslung im dritten Viertel konnte er bereits 18 Punkte verbuchen, schien aber wie seine Teamkollegen defensiv immer einen Schritt zu langsam, weshalb Frenki ihn auf die Bank beorderte. Beim Spielstand von 68:61 für die Württemberger schien das Spiel erneut deutlicher zu werden. Doch Albert Kuppe sorgte mit erfolgreichem Dreier für vorübergehende Erleichterung. Eine weitere Erleichterung wartete auf der Bank. Knapp zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels konnte Jordan Geist sehr zur Freude seines Teams wieder eingewechselt werden. Dennoch ging es mit einem 66:70 aus Sicht der MLP Academics ins letzte Viertel. In allen drei Vierteln hatte man dem Gegner hierbei mehr als 20 Punkte erlaubt.

Neues Viertel, altes Spiel

Zum wiederholten Male misslang der Start in das Viertel. Zunächst bescherte ein sehr später Foulpfiff den Ehingern zwei Freiwürfe. Als Langenfeld auch noch aus ca. acht Metern mit Ablauf der Shotclock das vorübergehende 75:66 besorgte, schien ein möglicher Sieg immer weiter in Ferne zu rücken. In der Offense gelang es aber, sich immer wieder zweite Chancen zu erarbeiten. Insbesondere Willett, der zwar häufig im Abschluss glücklos agierte, tat sich hier besonders hervor. Die Folge war der zwischenzeitliche Ausgleich fünf Minuten vor Ende. Pagenkopf konnte jedoch umgehend wieder die Führung durch schnellen Zug zum Korb herstellen.

Die erste Führung nach langer Zeit

In einer solchen Phase zählt jeder Punkt. Deshalb war es besonders ärgerlich, dass drei der sechs Freiwürfe nicht ihr Ziel fanden und man weiterhin einem knappen Rückstand hinterherlief. Beim Stand von 81:82 aus Heidelberger Sicht war es dann soweit. Würzner wurde an die Linie geschickt und verwandelte leider nur den ersten seiner beiden Freiwürfe. Allerdings hatte ein Ehinger die Linie zu früh übertreten, weshalb auf Wiederholung des zweiten Freiwurfes entschieden wurde, den Würzner dann auch trocken versenkte. Die erste Führung seit einer gefühlten Ewigkeit. Der folgende Angriff der Württemberger blieb erfolglos, was Geist ermöglichte in Transition zum Korb zu ziehen. Sein Korbleger fand nicht das Ziel, doch Willett war erneut mit seinem 10. (!) Offensivrebound zur Stelle und netzte ein. Die Vorentscheidung?

Heyden nutzt mit all seiner Erfahrung seine physischen Vorteile (Foto: Thomas Disqué)

So schien es zunächst. Im nächsten Angriff versuchten die Ehinger wie so oft ihr Glück aus der Distanz. Es zeigte sich nun aber, was im Vorfeld von einigen erwartet wurde. Das Handgelenk schien nun nicht mehr so locker wie in den ersten drei Vierteln. Jordan Geist hingegen, mit all seiner Coolness, sorgte im Gegenangriff mit sehenswertem Midrange Jumper für eine fünf Punkte Führung. ‘Nun sollte also alles gelaufen sein’ dachte sich wohl der geneigte Heidelberger Zuschauer. Denn auch die beiden Freiwürfe der Gastgeber fanden ihr Ziel nicht. 26 Sekunden zu spielen und fünf Punkte Vorsprung. Doch Willett, dem bei seinen überragenden Stats auch einige Fehler unterliefen, verlor den Ball und ein Dreier durch Oshita verkürzte nochmal auf zwei Zähler. Doch die MLP Academics Heidelberg ließen sich dadurch nicht beeindrucken und brachten das Spiel letztlich mit 91:85 nach Hause und feiern damit den fünften Sieg in Folge.