28. September 2017

Auswärtshürde beim Topfavoriten

Die MLP Academics Heidelberg reisen am kommenden Samstag nach Vechta. Im ersten Auswärtsspiel der neuen Saison erwartet die Mannschaft von Frenki Ignjatovic direkt eine hohe Hürde: RASTA Vechta gilt als Ligafavorit.   

Der Auftakt in die neue ProA-Spielzeit ist den MLP Academics am vergangenen Wochenende erfolgreich geglückt. Der 92:76-Sieg gegen Karlsruhe wurde souverän errungen – und fiel letztlich sogar deutlicher aus als erwartet. Das Ergebnis verschafft den Kurpfälzern eine breite(re) Brust und gibt Rückenwind für die anstehenden Aufgaben. Schließlich ist das Auftaktprogramm weiterhin herausfordern. Wie auch in den beiden kommenden Heimspielen gegen Köln und Hamburg ist das Duell an diesem Wochenende eines gegen ein Team, welches aller Voraussicht nach um die Meisterschaft mitspielen wird. RASTA Vechta gilt, das gaben die ProA-Trainer vor der Spielzeit mehrheitlich zu Protokoll, als Ligafavorit. Im ersten Saisonspiel wurden die Niedersachsen diesem Anspruch schon einmal gerecht: Die Mannschaft von Headcoach Doug Spradley bezwang die RÖMERSTROM Gladiators Trier in einem wahren Thriller 83:80. Trotz des knappen Ergebnisses deutete das Team an, über welches Potential es verfügt: Fünf Akteure scorten zweistellig – zwei weitere Spieler, Seth Hinrichs und Andrew Smith, kratzten zusätzlich am Double-Double.

Das Ergebnis verdeutlicht jedoch auch, dass trotz allem vorhandenen Potential, Vechta bei Weitem noch nicht das Maximum aus seinen Möglichkeiten geholt hat. Das Gastspiel in Niedersachsen kommt für die MLP Academics also zu einem vermeintlich günstigen Zeitpunkt. Wenn RASTA anfällig für Fehler ist, dann jetzt! Schließlich gab es auch beim Bundesliga-Absteiger in diesem Sommer einen Umbruch. Bis auf die drei Jugendspieler Philipp Herkenhoff, Luc van Slooten und Radii Caisin sind alle Spieler neu im Vechtaer Aufgebot. Wobei der Begriff „neu“ mit Vorsicht zu betrachten ist. Einige Akteure, darunter der momentan unter Wadenproblemen leidende Kapitän Dirk Mädrich oder auch Josh Young liefen bereits in der Vergangenheit in orange-weiß auf. Andere, wie beispielsweise Jannik Freese oder David Gonzalvez, spielten zuletzt mindestens eine Saison in der easyCredit BBL. Kurzum: Vechtas Kader gehört in Spitze und Breite wohl zum Erlesensten, was die ProA zu bieten hat.

Obwohl das Saisonziel laut Klubchef Stefan Niemeyer „nur“ das Erreichen der Playoffs ist, wäre alles unter einer Halbfinal-Teilnahme sicherlich eine Enttäuschung für die Nordlichter. Schließlich spielte man in den letzten Jahren gleich zweifach in der BBL – und möchte dort nun endlich mithalten und nicht ausschließlich zur Fahrstuhlmannschaft mutieren.

Partycrasher Heidelberg?

Ob die sofortige Rückkehr in die Beletage gelingen wird, bleibt abzuwarten; die MLP Academics Heidelberg wollen aber zumindest am kommenden Samstag den Partycrasher geben. Im vierten Vechta-Gastspiel soll der erste Auswärtssieg gelingen. Der RASTA Dome (3.140 Zuschauer) dürfte dabei zum 90. Mal in Serie ausverkauft sein – und zumindest digital können alle Heidelberger Fans ebenfalls mitfiebern. Denn obwohl sich der Start des ligaweiten Streamingangebotes noch bis zum 8. Spieltag verzögern wird, bietet Vechta einen Stream seiner Heimspiele an. Sehenswert und temporeich dürfte das Spiel auf alle Fälle werden.

Der bis dato letzte Heidelberger Sieg gegen Vechta: Am 15.03.2015 besiegten Kelvin Martin und Co. RASTA 95:77. Foto: Alfred Gerold.

Infos:

RASTA Vechta vs. MLP Academics Heidelberg

Samstag 30.09.2017, Tip-Off 19.30 Uhr, RASTA Dome, Pariser Straße 8, 49377 Vechta