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24. April 2019

Ausgleich! Ein Sieg des Willens

Es war eines der heißesten Spiele der aktuellen Saison. Teilweise sogar so heiß, dass Branislav Ignjatovic sein Jacket ausziehen musste, um der Hitze zu entkommen. Wenn von der Hitze geredet wird, dann ist hier nicht von der durchaus angenehmen Außentemperatur in Nürnberg die Rede. Vielmehr geht es um den heißen Playoffkampf auf dem Parkett, den diesmal die Academics für sich entscheiden konnten.

Bei noch 4 Minuten und 31 Sekunden im letzten Viertel zu spielen, brachte Branislav Ignjatovic Jaleen Smith zurück aufs Parkett. Der Spielstand von 59-54 ließ nicht viel Gutes für die Academics erhoffen, da vor allem in der Offensive wenige Chancen erspielt werden konnten. Ein abschließender 13-3 Lauf für die Academics, bei dem Jaleen Smith zum Matchwinner avancierte, führte zum Serienausgleich.

Jaleen Smith hatte bis zum letzten Viertel ein offensiv ineffizientes Spiel geliefert. Wie gewohnt verteilte der US-Amerikaner die Bälle an seine Mitspieler, jedoch schien das Glück beim eigenen Abschluss am heutigen Abend nicht auf der Seite Smiths zu sein. Der 24-jährige zeigte sich von seiner Wurfquote aber unbeeindruckt und sorgte mit zwei Sprungwürfen aus der Mitteldistanz für die Entscheidung.

Der Anker im Team der Academics war jedoch glücklicherweise wieder Kapitän Phillipp Heyden. Sein Duell gegen Robert Oehle glich zwar teilweise einer professionellen Ringereinlage, jedoch akzeptierten beide Spieler die Körperlichkeit und Heyden konnte mit 15 Punkten und starken Box-Out das Centerduell für sich entscheiden. Zwar holte Heyden seinerseits selbst nur 4 Rebounds, hielt Oehle aber auf magere 3.

Die Gefahr von den Falcons kam vom vielseitigen Ishmail Wainright. Der ehemalige Football-Spieler war über 35 Minuten oft nur durch Fouls zu stoppen. Am Ende beendete Wainright die Partie mit 21 Punkten und 10 Rebounds. In den entscheidenden fünf Minuten unterliefen dem US-Amerikaner aber einige Fehler durch 3-Sekunden-Regelübertretungen, die seiner Mannschaft weh taten und den offensiven Spielrhythmus Nürnbergs unterbrachen.

Wie man nun auch in der zweiten Partie dieser Serie gesehen hat, ist die Verteidigung Nürnbergs sehr auf Shyron Ely fokussiert. Was in Spiel 1 noch funktionierte, da Jaleen Smith mit Fouls zu kämpfen hatte und Phillipp Heyden nicht seinen besten Tag erwischt hatte, ging in Spiel 2 schief. Mit Jaleen Smith, Dan Oppland und Phillipp Heyden waren vor allem in der Schlussphase drei Spieler offensiv so aktiv, dass sie von der Fokussierung auf Shy Ely profitieren konnten. Mehr Räume durch weniger Help-Side machten es erst möglich, dass Jaleen Smith zwei Sprungwürfe zum Sieg erzielen konnte.

Die Falcons müssen sich im Nachhinein die schwache Freiwurfquote (20 von 35) ankreiden lassen. Hätte man nicht so viele Punkte an der Freiwurflinie liegen lassen, dann hätte man durchaus mit einem Matchball nach Heidelberg fahren können. So ist die Serie wieder ausgeglichen und die Academics können mit einem Heimerfolg am Samstag um 18:00 Uhr einen eigenen Matchball erspielen.

Stats:

Für Heidelberg spielten. Palm (6 Punkte, 2 Rebounds, 2 Assists), Smith (21,5,3), Schmitt (0,4,1), Ely (6,2,2), Liyanage (0,2,1), Ney (1,2,1), Heyden (15,4,2), Oppland (15,5,2), Aichele (0,0,0), Schöpe (0,0,0), Würzner (3,3,2)

Für Nürnberg spielten: Pongo (8,1,6), Sanders (4,1,0), Gahlert (0,0,0), Haßfurther (5,1,4), Omuvwie (4,0,0), Maier (0,0,0), Schröder (4,3,0), Parker (2,2,1), Wainright (21,10,3), Oehle (9,3,3), Kent (5,1,2), Bauer (0,0,0)

 

Branislav Ignjatovic:

Ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel gewinnen konnten. Es war ein typisches Low-Scoring-Game, was eine unserer Stärken ist. Wir hatten viele Fouls heute, wodurch wir aufpassen mussten, dass wir nicht frühzeitig dezimiert spielen müssen. Wenn wir es schaffen in dieser Serie unser Spiel durch zuziehen, dann haben wir eine gute Chance mit unseren Fans im Rücken diese Serie zu gewinnen. Meine Mannschaft ist motiviert genug um gegen die jüngere Nürnberger Mannschaft zu bestehen und das Finale zu erreichen.

 

Text: Yannik Barwig 

Foto: Thomas Disqué