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29. Oktober 2019

Als Außenseiter zum Topspiel nach Chemnitz

Die neue Saison der BARMER 2. Basketball Bundesliga nimmt in dieser Woche endgültig Fahrt auf. Zwei Spieltage innerhalb von vier Tagen sind für alle Teams eine Herausforderung, die gemeistert werden muss. Umso besser ist es, wenn man mit einem positiven Gefühl in die Woche gehen kann. Die MLP Academics sind mit genau so einem Gefühl am Sonntag aus dem Olympiastützpunkt gegangen.

Das Lehren aus dem Overtime-Krimi

Es war bereits das zweite Spiel in dieser Saison, das erst in der Verlängerung entschieden werden sollte. Lange hat es jedoch nicht danach ausgesehen, dass die Academics überhaupt eine Verlängerung forcieren könnten. Die Rostock Seawolves waren zwischenzeitlich im dritten Viertel mit 17 Punkten in Führung und schienen sich aus der Krise befreien zu können. Dass die entscheidende Aufholjagd Heidelbergs erst in den letzten drei Minuten geschah, machte die Situation für Rostock umso bitterer. In der Verlängerung war es dann Eigengewächs Niklas Würzner, der mit einem Step-Back Wurf von der Dreipunktelinie über den Heidelberger Kalidou Diouf für die Führung sorgte. Als dann Zamal Nixon im folgenden Angriff mit einem Steal plus Korbleger das Spiel Spiel entschied, war die Stimmung im mit über 900 Personen gut besetzten Olympiastützpunkt auf dem Hochpunkt angelangt.

Sebastian Schmitt ein wichtiger Faktor

Auf der Pressekonferenz nach der Partie gestand Headcoach Branislav Ignjatovic ein, dass er zwar nicht resigniert hatte, jedoch schon mit dem Gedanken spielte, dass es wohl die zweite Heimniederlage in Folge geben würde. Ein Hauptgrund für das Comeback war laut Branislav Ignjatovic der Einsatz und Wille von Sebastian Schmitt. “Basti hat heute dafür gesorgt, dass wir nochmals zurück in die Partie finden konnten”, sagte der Serbe nach der Partie. Schmitt forcierte immer wieder Ballverluste der Seawolves und brachte so die eigene Offensive ins Laufen.

Zu Gast beim Aufstiegsaspiranten

Am Donnerstag wartet nun die bisher längste Auswärtsfahrt auf die Academics. Knappe 450 Kilometer begeben sich 10 Spieler und der Coachingstaff auf den Weg zu den NINERS aus Chemnitz. Diese sind vor der Saison als wohl der Aufstiegsfavorit schlechthin in die Saison gestartet. Auf dem Transfermarkt verstärkten sich die NINERS enorm, nachdem man in den vergangenen Playoffs erst im Halbfinale gegen die Hamburg Towers das Nachsehen hatte. Mit Terrell Harris wurde unter anderem ein Aspirant für den Rostocker Erfolg im letzten Jahr nach Chemnitz geholt. Aber auch aus der Bundesliga sind zweit Spieler nach Sachsen gewechselt. Chris Carter (RASTA Vechta) und Jan Wimberg (Eisbären Bremerhaven) sahen das Potenzial der NINERS und sind nun Leistungsträger in der vom argentinischen Headcoach Rodrigo Pastore geleiteten Mannschaft.

Saisonauftakt nach Maß

Der Saisonstart für die NINERS hätte nicht viel besser laufen können. Ebenso wie die Academics gewannen Chemnitz bisher sechs von sieben gespielten Partien. Die einzige Niederlage gab es beim Auswärtsspiel in Trier (97-92). Daheim ist die Mannschaft um Veteran Malte Ziegenhagen noch ungeschlagen. Vor allem der letzte Heimerfolg gegen die Tigers Tübingen war überzeugend. Mit 85-72 dominierte man den schwäbischen Kontrahenten über die ganze Partie hinweg. Am vergangenen Samstag folgte dann ein knapper Erfolg in Kirchheim, wo Big Men Jonas Richter mit 16 Punkten und 9 Rebounds zu überzeugen wusste.

Ohne Druck zum vierten Auswärtserfolg?

Zwar reisen die Academics als Außenseiter nach Chemnitz, jedoch möchte man dem Aufstiegsfavoriten herausfordern. Bisher hat die Mannschaft von Bransilav Ignjatovic zwar noch nicht konstant genug gespielt, jedoch wurde bereits beim Auswärtssieg in Jena das Potenzial der Mannschaft unter Beweis gestellt. Gästetrainer Pastore bezeichnete jüngst Shyron Ely als den “vielleicht besten Spieler der Liga” – die Statistiken geben ihm bisher Recht. Ely ist mit 21,6 Punkten der zweitbeste Scorer der Liga. Seinen Stellenwert hat man nicht nur zuletzt beim Comeback-Sieg gegen Rostock gesehen.

Möchte man in Chemnitz auch das vierte Auswärtsspiel der Saison gewinnen, wird eine gute Leistung von Shyron Ely nicht ausreichen. Ähnlich wie in Jena müssen auch andere Spieler gute Partien zeigen, um Räume für Ely zu schaffen. Im Duell der beiden bisher besten Teams von außerhalb der Dreipunktelinie wird auch die Tagesform eine große Rolle spielen. Welches Team schafft es gute Trefferquoten an den Tag zu legen? Dieses Duell könnte über Sieg und Niederlage am Vorabend von Allerheiligen entscheiden.

Livestream auf airtango.live

Wie gewohnt überträgt airtango.live die Partie am Donnerstag ab 19:30 Uhr live. Dazu können die Zuschauer über die Social Media Kanäle der MLP Academics auf dem Laufenden gehalten werden.

Spielort: Chemnitz Arena, 09116 Chemnitz, Messeplatz 1, Spielzeit 19:30 Uhr, 31.10.2019

Text: Yannik Barwig

Foto: Thomas Disqué