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18. März 2021

Academics nehmen Abschied nach 49 Jahren!

Zur Saison 1972/1973 zog der USC Heidelberg erstmalig in sein neues Zuhause, dem Olympiastützpunkt Rhein Neckar (damals Bundesleistungszentrum), ein. Die Mannschaft um das kongeniale Duo Dietrich „Didi“ Keller und Hans Riefling sowie dem Heidelberger Anwalt Wolfgang Lachenauer gewann auch prompt in der neuen Spielstätte die achte und vier Jahre später die neunte deutsche Meisterschaft und weihte die Halle des Olympiastützpunktes, die nur ca. 50 Meter von der altehrwürdigen ISSW-Halle entfernt ist, entsprechend ein. Nun steht also der nächste Umzug bevor. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge treten die MLP Academics Heidelberg am Samstag um 19:30 Uhr nämlich zum letzten Mal im Neuenheimer Feld an. Gegner sind hierbei die Uni Baskets Paderborn.

Die Gäste belegen derzeit den 10. Tabellenplatz und haben bei realistischer Betrachtung nur noch theoretische Chancen auf eine Teilnahme an der Endrunde. Die letzten beiden Partien konnten jedoch siegreich gestaltet werden. Erwähnenswert sicherlich der doch etwas überraschende Sieg gegen die Panthers aus Schwenningen. Der Tabellenplatz täuscht ein wenig über das wahre Leistungsvermögen hinweg. Enormes Verletzungspech auf den großen Positionen verhinderte ein besseres Abschneiden maßgeblich.

Die Meistermannschaft von 1973
Stehend von links: Trainer Dick Stewart, Wolfgang Lachenauer (Capt.), Walter Wieland, Christoph Staiger, Hilar Geze, Detlef Schöpf, Didi Keller, Betreuer „Pulver“ Kaiser
Kniend v. l.: Friedhelm Berres, Horst Herrmann, George Weston, Armin Zimmermann, Hans Riefling

BBL MVP Bryant nicht mehr im Kader

Zu Beginn der Saison konnte man als Ersatz einen absoluten Transfercoup vermelden, als man John Bryant (ehemaliger BBL MVP) die Chance gab, sich fit zu halten, wofür dieser sich mit der Bereitschaft, ein Teil des Kaders zu sein, bedankte. An seiner Seite wuchsen die Mitspieler über sich hinaus und eilten gefühlt von Sieg zu Sieg. Doch es folgte der Ruf der BBL und Bryant wechselte zurück zu den Gießen 46ers. Zwischenzeitlich waren dann beide Center (Kapitän Ivan Buntic und Tom Alte) verletzt und die Westfalen ließen Federn. Letzterer ist zumindest wieder zurück im Kader und hatte mit seiner Präsenz und sechs Rebounds auch maßgeblichen Anteil am jüngsten Erfolg. Zudem wurde mit Barrett Benson ein weiterer Center nachverpflichtet.

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Zum alles überragenden Spieler der Gäste hat sich Drew Cushingberry entwickelt. Er markierte im letzten Auftritt ein überzeugendes Double Double mit 20 Punkten und 11 Assists und verfehlte ein sogenanntes Triple Double (drei Werte zweistellig) lediglich um zwei Rebounds. Interessant an der Stelle: beide Siege kamen ohne den erfahrenen und nicht minder guten Guard-Kollegen Demetrius Ward zustande. Der Kader weist jedoch insbesondere auf den kleinen Positionen eine enorme Tiefe auf, weswegen ein Ausfall hier leichter verschmerzbar scheint.

Dort treibt nämlich nicht nur der „wilde“ Schütze Grant Benzinger, der auch Würfe vom „Parkplatz“ nicht scheut, sein Unwesen. Auch ein gewisser Peter Hemschemeier – beim geneigten Leser unserer Mitteilungen dürfte es jetzt klingeln – kommt zu regelmäßigen Einsätzen. Das erst 17 jährige Eigengewächs dürfte das wohl größte Talent seiner Altersklasse in Deutschland sein und wird von den Paderbornern entsprechend konsequent gefördert, indem er gefordert wird. Er übernimmt in einer Selbstverständlichkeit Verantwortung auf dem Feld, als sei es das normalste auf der Welt.

Wadenbeißer, Arbeiter und andere Talente

Wadenbeißer-Qualität bringt Daniel Mixich mit. Doch diese Umschreibung seiner Rolle fasst zu kurz. Er ist ebenso ein gefährlicher Schütze von jenseits des Perimeters und immer in der Lage, zweistellig zu scoren. Auf der Forward Position entwickelt sich derweil der ebenfalls recht junge (zugegeben: mit 21 Jahren im Vergleich zu Hemschemeier schon fast ein alter Haudegen)  Jens Großmann. In den letzten fünf Partien scorte Großmann drei Mal zweistellig und zeigt eine klar aufsteigende Tendenz. Komplettiert wird der Kader durch den Sohn des Trainers der EWE Baskets Oldenburg, Robert Direncic, der sich fernab seiner Heimat in einem neuen Umfeld beweisen wollte und dies auch tut. Er gilt als fleißiger Arbeiter und hat schon etliche Ausrufezeichen, wie beispielsweise bei seinen 21 Punkten gegen Tabellenführer Science City Jena, gesetzt. Seine Minuten gingen zuletzt jedoch etwas zurück.

Es ist also zu erwarten, dass die Gäste nicht nach Heidelberg kommen, um den Abschied aus dem Olympiastützpunkt zu einem positiven Schluss-Akkord für die Academics werden zu lassen. Die Chance auf die Playoffs ist gering, aber eben noch existent und der Kader schwer ausrechenbar und tief besetzt. Im Hinspiel konnten die Academics einen 14 Punkte Rückstand wettmachen und den Sieg mit 85:79 eintüten. Möchte man auch das Rückspiel siegreich gestalten, böte sich an, den Rückstand nicht wieder so groß werden zu lassen.

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