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14. März 2017

Was macht denn eigentlich… Jibril Hodges?

Teil 7 mit Jibril Hodges.

Mittlerweile ist Jibril „Jib“ Hodges 33 Jahre alt.

Sein Esprit, sein Optimismus und seine Lebensfreude sind aber mindestens so ausgeprägt wie zu Heidelberger Zeiten (2008-2010). Es sprüht förmlich aus ihm heraus. Der Wechsel in die Kurpfalz sei eine der besten Entscheidungen seines Lebens gewesen, betont er. Durch den Wechsel nach Europa habe er so viel erlebt, gesehen und kennen gelernt – unter anderem seine heutige Ehefrau. Hodges ist hier heimisch geworden. Denn seit seinem Wechsel im Jahr 2008 lebte der in Park Forest, Illinois geborene US-Amerikaner in Deutschland. Nach seinem zweijährigen Gastspiel in Heidelberg zog es ihn über Düsseldorf, Paks, Jaszberenyi (jeweils Ungarn) und Essen nach Esch an der Alzette. In der zweitgrößten Stadt Luxemburgs spielte der Combo-Guard vier Jahre lang – und war äußerst erfolgreich. Dieser Erfolg begleitete den mehrfachen Allstar an nahezu allen Karrierestationen. Vor allem sein „Scorer-Gen“ war dabei auffällig. 22,3; 19,6 und 18,0 Punkte legte er durchschnittlich in den letzten drei Spielzeiten seiner Karriere auf.

Auch in Heidelberg war Hodges einer der besten Korbjäger. Seine 1.127 erzielten Punkte reichen auch heute noch zu Platz neun in der All-Time-Scorer-Liste des siebenfachen deutschen Meisters.

Jib got Hoops! Hodges mit einem seiner Dunks im Heimspiel gegen Cuxhaven.

Er ist beziehungsweise war jedoch nicht nur ein Punktesammler par excellence, sondern auch ein äußerst sympathischer Mann – entsprechend hielt er auch in den nächsten Jahren den Kontakt nach Heidelberg. Zwei Kontakte waren im Herbst 2016 dann noch einmal entscheidend: Dr. Stephan Maibaum von der Sportopaedie Heidelberg und MLP Academics-Geschäftsführer Matthias Lautenschläger. Denn Hodges wollte nach der Diagnose seines Luxemburger Teams „Meniskusriss“ einen weiteren fachmännischen Rat einholen. Das Ergebnis von Dr. Maibaum: Knorpelschaden im Knie. Für Hodges natürlich ein Schock, schließlich bedeute dies das vorläufige Ende seiner sportlichen Karriere – dennoch war die Bestätigung seiner schlimmen Vermutung auch eine Erleichterung. Denn sie schaffte Klarheit und ließ Hodges auf dem hiesigen Arbeitsmarkt aktiv werden. Da er gemeinsam mit seiner Familie im hessischen Lampertheim weiterhin sesshaft bleiben wollte, musste also ein neuer, geographisch naher Job her. Hier kommt Lautenschläger ins Spiel. Er vermittelte Hodges einen Termin bei der BG Karlsruhe. Und Hodges überzeugte auf voller Linie: Seit 20. Oktober ist er Headcoach in der ProB. Ein großer Schritt!

Denn Hodges trat damit einmal mehr in die Fußstapfen seines Vaters Craig, welcher nicht nur mit Michael Jordan und den Bulls, sondern auch mit den L.A. Lakers insgesamt vier Mal die Larry O´Brien-Trophäe in die Höhe stemmte. Craig Hodges wurde nach seiner Karriere als Trainer (bei eben jenen Lakers) tätig,sein Sohn tat ihm das gleich. Bisher mit durchaus respektablem Erfolg. Denn Hodges führte die BG aus dem Tabellenkeller der ProB-Süd auf Tabellenplatz sechs. Und damit in die Playoffs. Aktuell trifft die Mannschaft dort auf die favorisierte Zweitvertretung der EWE Baskets Oldenburg – am vergangenen Wochenende gelang jedoch bereits die erste Überraschung. Als eines von nur zwei Teams siegte Karlsruhe auswärts und holte sich damit die 1:0-Serienführung. Bereits im Vorfeld der Partie hatte der 33-Jährige die Favoritenrolle von sich gewiesen: „Der Druck liegt auf Oldenburg. Sie wurden Dritter, spielen zuhause und hatten auch in den letzten Jahren großen Erfolg – wir stellen uns der Herausforderung. Außerdem kann etwas Spezielles passieren.“ Etwas Besonderes scheint auch die Teamchemie zu sein, denn Hodges schwärmt von seiner Mannschaft und ist sich sicher, dass sich der mannschaftliche Erfolg auch aufgrund des vermischten Altersstruktur einstellen wird.

Persönlich bemisst er das Erreichen seiner Ziele immer nur am Bestmöglichen. Er will sich weiter entwickeln und verbessern und dabei seine noch äußerst junge Prämisse „Defense first“ in den Vordergrund stellen.

Im privaten Bereich will er vor allem die europäischen Möglichkeiten, welche er nicht hatte, seinem Nachwuchs ermöglichen. „Wir Amerikaner können von den Europäern noch so viel lernen. Wir machen uns immer nur Gedanken über die USA. Für meine Kinder ist das perfekt. Wir können überall hinfahren – die Geschichte, die hier ist, erleben. Das ist so wichtig“, sagt er. Hodges ist heimisch geworden, spricht sehr gut Deutsch und schätzt die Vorteile seiner Wahlheimat sehr. Kurzum: Er hat eine neue, eine zweite Heimat gefunden. Vorbildhaft!

Randbemerkung: Die MLP Academics treten am heutigen Abend in einem Testspiel gegen die BG Karlsruhe an. Hodges wird dabei natürlich an der Seitenlinie stehen.

Randbemerkung 2: Jibril Hodges in einer seiner wohl sehenswertesten Szenen.

 

Lukas Robert