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22. November 2012

Von Spiel zu Spiel

Der Blick auf die Tabelle verrät es: Die MLP Academics Heidelberg haben einen starken Saisonstart hingelegt. Sechs Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Eine davon, die gegen Essen nämlich (86:87), wäre durchaus vermeidbar gewesen. Die anderen beiden kamen gegen Düsseldorf und Göttingen zustande, die zusammen mit der BG Karlsruhe die Elite der Pro A bilden. Mit dieser Momentaufnahme sind die Heidelberger weit weg von „fivehundred“, wie die US-Amerikaner sagen – einer ausgeglichenen Bilanz. Und das im positiven Sinne! Letzte Saison hieß es nach neun Spielen 5:4, 2010/2011 sogar 2:7. Diese Entwicklung ist schön, darf sich gerne so fortsetzen – mehr sollte man tunlichst nicht aus diesen Zahlen ableiten. Saisonziel ist – wie bei vielen anderen Mannschaften auch – das Erreichen der Playoffs.

Lange Auswärtsfahrt

Aufbauspieler Kai Barth weiß um die hitzige Atmosphäre in der Richard-Hartmann-„Hölle“ (Archivbild: Herbert).
Noch im Cuxhavener Trikot verletzte sich Kristian Kuhn letzte Saison beim Spiel in Chemnitz. Möge es dieses Mal nicht so sein (Bild: Schippl).

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter und beschwerlicher Weg. Der nächste Gegner der Academics ist bereits playoff-erfahren: Er heißt BV Chemnitz 99. Die Spieler von Felix Schreier sind im Schnitt zwei Jahre älter als die von Tony Garbelotto, vor allem bedingt durch Aufbauspieler John Redder Bynum (Jahrgang 1978) und Aushilfs-Big Man Andreas Endig (ebenfalls 1978), die den Schnitt in die Höhe ziehen. Sie sind nebenbei auch zwölf Jahre älter als ihr Trainer: Felix Schreier ist der jüngste Coach der Liga und amtierender „Trainer des Jahres“ zusammen mit Silvano Poropat (MBC). Schreier hatte die Niners nach dem Weggang von Torsten Loibl, der mit den Sachsen fast in die Bundesliga aufgestiegen war, übernommen. Fast schon sensationell belegte der 23-jährige mit seinen Mannen in der vergangenen Saison nach der Hauptrunde den dritten Platz, musste sich aber in der ersten Playoffrunde den sechstplatzierten Giants Düsseldorf um Aubrey Reese geschlagen geben. In dieser Saison läuft es aber nicht ganz so rund; gerade auswärts stottert der Motor der Niners noch ein wenig. In Leipzig (74:90), Vechta (66:85) und gerade in Cuxhaven (65:99) setzte es Niederlagen. Das Gesicht der Mannschaft, Gary Johnson, verließ die Ostdeutschen im Sommer Richtung Düsseldorf. Diese Lücke konnte die Mannschaft bisweilen noch nicht schließen. Die Bilanz lautet 5:5. Beeindruckende Siege verzeichneten die BV-ler zu Hause gegen Paderborn (88:71) oder gegen Essen (75:51). Genau das, was den Academics nicht so recht gelingen will, klappt bei den Niners bisher hervorragend: In der eigenen Halle Punkte einsammeln. Ein Duell der Gegensätze also…

Blackwood bleibt

Tristan Blackwood unterschrieb während der vergangenen Woche einen Vertrag bis Saisonende. Der Kanadier ist genau wie die Verantwortlichen sehr erfreut über die weitere Zusammenarbeit. Die Spielübersicht und Uneigennützigkeit des Point Guards hat das Management überzeugt. Er passt hervorragend zur Mannschaft, ist integriert und fühlt sich in Heidelberg pudelwohl.

Bis auf den verletzungsbedingt weiterhin noch nicht zur Verfügung stehenden Paul Zipser werden die Heidelberger vollzählig die lange Fahrt nach Chemnitz antreten. Die Stärken und Schwächen der Chemnitzer wissend werden die Academics alles daran setzen, den positiven Trend aus den letzten Spielen mitzunehmen. Vor einer großen und lautstarken Kulisse antreten und sich beweisen zu dürfen, kann einen Schub an Extra-Motivation auslösen, kann Reserven freisetzen und beflügeln. Ein wahrlich interessantes Spiel steht an, wenn es am Samstag heißt: Von Spiel zu Spiel denken.

BV Chemnitz 99 – MLP Academics Heidelberg

Samstag, 24. November um 19:00 Uhr

Richard-Hartmann-Halle, Fabrikstraße 9, 09111 Chemnitz

TOGETHER WE PLAY!

Robin Herbert