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26. November 2017

Heidelberg stolpert in Baunach

Die MLP Academics Heidelberg haben das Auswärtsspiel in Baunach 73:83 verloren. Gegen gut aufgelegte Young Pikes reichte eine maximal durchschnittliche Leistung nicht, um im Playoff-Kampf einen weiteren Sieg nachzulegen.

Der scheinbare Favorit war ebenso wie der Herausforderer bereits im Vorfeld der Partie ausgemacht. Dass das Spiel beim Nachwuchs von Brose Bamberg aber keinesfalls leicht werden würde, hatte Headcoach Frenki Ignjatovic im Vorfeld häufig betont. In der Bamberger Graf-Stauffenberg-Halle gelang dann auch den favorisierten Gästen der bessere Start. Mehrfach brachten sie den Ball in die Zone zu Martin Seiferth, welcher diesen effektiv weiterverteilte (4:8, 3. Spielminute). Das Spiel in Korbnähe lag jedoch auch den Pikes, die sich über Rob Ferguson gut in Szene zu setzen wussten. Obwohl sich das Spiel ab der Mitte des ersten VIertels etwas weiter aus der Zone heraus verlagerte, blieb es weiterhin ausgeglichen. Erstmals absetzen konnten sich die MLP Academics ab Spielminute acht: Niklas Würzner machte sieben Punkte in Folge, seine Farben waren mit sechs Zählern in Front. (15:21).

Nachdem sich die Heidelberger zum Ende des ersten Viertels abgesetzt hatten, gingen sie mit mangelndem Fokus in den zweiten Spielabschnitt. Die Young Pikes eroberten sich die verlorengegangene Führung zurück – und zwangen Ignjatovic zur Auszeit (23:21, 13.). Doch obwohl Evan McGaughey die punktlosen Gäste-Minuten nach der Ansprache beendete, blieben die Baunacher am Drücker. Mehr noch: Durch einen weiteren Run konnten sich die Mannen von Fabian Villmeter bis auf 12 Punkte absetzen (35:23, 15.). In der Folge stellte Ignjatovic zuerst auf das bewährte Small Ball-Lineup, dann auf eine noch kleinere Aufstellung (Smith, Würzner, Steffen, Ely, Kuppe) um. Doch obwohl jede Menge kreative Köpfe auf dem Feld standen, blieb das Heidelberger Spiel statisch. Nur ganz langsam gelang es die Hausherren auszubremsen. Problematisch war bei dieser Aufholjagd die Quote aus der Distanz (11 Prozent) und die Turnover-Anzahl (9). Aufgrund dessen war der Neun-Punkte-Rückstand zur Pause auch verdient, sodass die Kabinenansprache durchaus nötig war (43:34, 20.).

Halbzeitpause hilft nur kurz

Die MLP Academics kamen nach der Pause, wie schon in der ersten Hälfte, besser in die Partie. Shy Ely markierte fünf Punkte in Serie und brachte die Heidelberger in Schlagdistanz. Der endgültige Turnaround wollte zwar noch nicht gelingen, das Selbstvertrauen der Hausherren schwand nun aber zusehends. Doch obwohl die Young Pikes in der Folge wackelten, fielen sie nicht. Ein Dreier von Henri Drell und insgesamt vier Zähler aus Fastbreaks sorgten dafür, dass es erneut an Ignjatovic war, zur nächste Auszeit der Partie zu bitten (55:48, 26.). Besser wurde es auch in der Folge nicht. Als dann auch noch William McDowell-White einen Buzzerbeater von der Mittellinie traf, war der Glaube an den Sieg endgültig zurück bei den Hausherren und ihren Fans. Vor dem Schlussabschnitt führten sie mit 11 Zählern (65:54, 30.).

Das große Aufbäumen blieb aus Heidelberger Sicht in der Folge aus. Einzig Ely und Würzner schienen zum Beginn des letzten Viertels eine offensive Idee zu haben, wie man die Baunacher knacken könnte – entsprechend fassten sich beide Akteure ein Herz und übernahmen die Verantwortung (69:59, 33.). Ohne einen defensiven Stop konnte das Spiel jedoch nicht entschieden werden. Und dies gelang nicht. Den Young Pikes reichte es, dass sie die Heidelberger Fehler beim Rebounding ausnutzen. Zu ideenlos war die Offensivleistung, zu ungefährlich der Distanzwurf, sodass sich die MLP Academics am Ende nicht über die verdiente 73:83-Niederlage beschweren durften.

Foto: Trotz einer tollen Effektivität (22), 19 Punkten, 6 Rebounds und 5 Assists von Niki Würzner reichte es für die MLP Academics am Ende nicht zum Sieg. An Heidelbergs #2 lag dies aber nicht.  

Statement und Stats

Frenki Ignjatovic: “Mein Glückwunsch geht an Fabian an seine Mannschaft. Sie haben das Spiel in dieser Höhe verdient gewonnen. Ich hätte gerne hier gespielt mit ein paar Baunacher Siegen im Rücken. Und das war im bisherigen Saisonverlauf möglich. Deshalb geht die Niederlage auf meine Kappe. Ich habe meine Mannschaft nicht davon überzeugen können, wie gefährlich es ist, hier zu spielen. Wir haben uns eigentlich akribisch auf die Partie vorbereitet, aber haben nicht das umgesetzt was wir wollten. Man hat nicht gesehen, dass auf der einen Seite viele erfahrene Spieler spielen und auf der anderen Seite viele Jugendliche. Das erste Viertel war offensiv gut, aber auch mit einigen Fehlern. Ab dem zweiten Viertel gab es dann viele Fehler. Da haben wir viel zu arrogant gespielt. Und da werden wir ab morgen dran arbeiten. Die Jungs werden morgen zum ersten Mal nach dem Spiel nicht frei haben. Wenn man so arrogant spielt wie im zweiten Viertel, muss man etwas an der Richtung verändern. ”

Fabian Villmeter: “Vielen Dank für die Unterstützung in den letzten Wochen. Die Jungs haben gut gearbeitet und auch nach den vielen Nackenschlägen nie aufgegeben, trotz der tabellarischen Situation. An unserer Situation und Zielsetzung hat sich aber nichts verändert. Wir wollen das beste Basketballteam sein, dass wir werden können. Allerdings gönne ich den Jungs die Schulterklopfer. Aber wir müssen es als Startschuss für eine weitere Entwicklung sehen – und vielleicht annehmen, dass es tagtäglich etwas einfacher wird, wenn wir in die Halle kommen. Zwei Sachen zum Spiel. Es war so wie bisher in den Heimspielen. In der ersten Halbzeit spielen wir gut, in der zweiten Hälfte wird es dann wieder knapp. Heute haben wir mit Kampf und Einsatz dagegengehalten. Rob und Louis haben da einen tollen Job gemacht. Das haben wir uns erarbeitet. Heidelberg ist aber kein Gegner, den man im Vorbeigehen schlägt. Wir haben unsere Turnover-Zahl minimiert. Respekt an meine Mannschaft, dass sie hier nicht zurückgeschreckt ist.

Für Baunach spielten: Tibor Taras 17 Punkte, Louis Olinde 17, Robert Ferguson 16, William McDowell-White 11, Eddy Edigin Jr 8, Christopher Fowler 7, Henri Drell 5, Daniel Keppler 2, Kay Bruhnke und Felix Edwardsson.

Für Heidelberg spielten: Shy Ely 22 Punkte, Niklas Würzner 19, Jaleen Smith 12, Evan McGaughey 8, Albert Kuppe 6, Niklas Ney 3, Martin Seiferth 3, Lukas Rosenbohm und Lennart Steffen.