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21. Januar 2018

Heidelberg schlägt ersatzgeschwächte Hagener

Die MLP Academics Heidelberg haben am Sonntagnachmittag den ersten Sieg im Jahr 2018 gefeiert. Das Team von Headcoach Frenki Ignjatovic schlug Phoenix Hagen in eigener Halle 78:57.

Phoenix Hagen ging, wie erwartet, ersatzgeschwächt ins Vier-Punkt-Spiel in der Kurpfalz. Den Gästen fehlten mit Javon Baumann, Dominik Spohr und James Reid gleich drei Stammkräfte. Zu Beginn der Partie kaschierten sie diesen Mangel aber gut. Lautstark unterstützt von ihren eigenen Fans erarbeiteten sie sich vor allem am offensiven Brett eine frühe Führung (5:8, 4. Spielminute). Auszeit Ignjatovic. Nach der Ansprache lief es defensiv aber nicht besser. Zumindest in der Offensive lief es aber besser. Shy Ely versenkte gleich seinen ersten Distanzwurf. Auch Martin Seiferth, der in den vergangenen Wochen oftmals mit seinen Leistungen haderte, fand gut in die Partie. Gleich mehre Angriffe in Folge kam der Center zu Korberfolgen und hatte damit entscheidenden Anteil, dass sich seine Farben nach und nach ins Spiel arbeiteten. Dank eines langen Zweiers von Ely führte Heidelberg, trotz ausbaufähiger Leistung, nach zehn Minuten.

Während sich die MLP Academics in Viertel eins von der Hagener Hektik anstecken ließen, agierten sie zum Start in die zweiten zehn Minuten abgeklärter. Offensiv lief der Ball gut – es mangelte zwar noch etwas an den Treffern, aber als Albert Kuppe einen Midrange-Jumper versenkte, reichte es Gästecoach Kevin Magdowski. Er bat zur Auszeit (23:18,12.). Im Anschluss daran drückte Jonas Grof zwar aufs Tempo, doch zwingender waren die Hausherren, die in Kuppe den sichersten Schützen auf dem Parkett hatten. Der Forward zeigte sein ganzes Repertoire: Er zog zum Korb, versenkte einen Dreier aus der Ecke und schloss aus der Halbdistanz ab. Der kleine Vorsprung hielt jedoch nicht lange. Die Hagener fanden wieder zu ihrem Spiel und verkürzten den Rückstand. In Spielminute 18 hatten sie gar die Chance auf den Ausgleich, doch Alex Herrera verlegte beide Freiwürfe (34:32, 18.). Die Heidelberger Schwächen blieben vorerst also unbestraft, sodass die Halbzeitführung so in Ordnung ging.

Hagen kommt gut aus der Kabine

Die Frage, welches Team besser aus der Kabine kommen würde, beantworteten die Gäste eindeutig für sich. Hagen kam mit einem 7-1-Lauf aus der Pause und glich damit das Spiel wieder aus (40:40, 23.). Die MLP Academics ließen sich nicht hängen, sondern kämpften sich verbissen zurück. Niklas Würzner mit einem Dreier und Eric Palm mit zwei erfolgreichen Backdoor-Cuts sorgten dafür, dass die Hausherren auch weiterhin in Front blieben. Nachdem dann auch noch Center Alex Herrera mit drei Fouls agierte, war der Sieg für Heidelberg greifbar (51:44, 27.). Eine ausgemachte Sache war der Spielausgang aber dennoch nicht. Die Feuervögel schmissen alles in die Waagschale, mussten aber abreißen lassen. Denn die Hausherren versenkten zum Viertelende gleich zwei Distanztreffer in Folge, sodass die Führung zweistellig wurde (64:50, 30.).

Während die Hausherren vor dem Schlussabschnitt also den Sack nur noch zumachen mussten, hofften die Feuervögel auf ihre letzte Chance. Die Würfe verfehlten zum Viertelstart allerdings reihenweise auf beiden Seiten den Korb, sodass sich der Vorsprung der MLP Academics etablierte. Da Heidelberg als erstes Team in die Spur fand, sah sich Magdowski zum Nehmen einer weiteren Auszeit gezwungen (68:51, 35.). Den antizipierten offensiven Run brachten seine Spieler aber nicht mehr aufs Parkett. Unter anderem Herrera zeigte noch einen Dunk für die Galerie – letztlich bleiben die Bemühungen aber reine Ergebniskosmetik. Heidelberg spielte die Uhr herunter und brachte das Spiel letztlich souverän zu Ende, sodass am Ende ein ungefährdeter 78:57-Sieg zu Buche stand.

Foto: Eine ausgeglichene Teamleistung als Erfolgsfaktor: Niklas Ney, Eric Palm und Niki Würzner freuen sich über den elften Saisonsieg. Foto: Thomas Disqué.  

Statement und Stats

Kevin Magdowski: „Uns fehlen natürlich auch einige Leute, deshalb war es für uns natürlich heute schwierig, über 40 Minuten gegen den Tabellenfünften mitzuhalten. Kämpferisch waren wir aber voll da. Nach 25 Minuten war wir sogar noch gleichauf. Dann merkt man, dass ein paar Körner fehlen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir gewünscht, dass wir vielleicht den ein oder anderen Pfiff mehr bekommen. Die kamen aber nicht, die entsprechenden Freiwürfe macht im Gegenzug dann Heidelberg. Am Ende ist es deutlich, aber die Mannschaft hat gezeigt, dass mit ihr zu rechnen ist – auch als wir am Ende wieder mit einem blutjungen Team agiert haben.“

Frenki Ignjatovic: „Erst einmal Glückwunsch an Kevin und die tollen Fans. Die haben heute Alarm gemacht und eine ganz andere Stimmung als sonst in die Halle gebracht. Es ist kein Geheimnis, dass man sich nach drei Niederlagen in Folge erst neu sortieren muss. Da gab´s natürlich etwas Unruhe. Wir haben am Mittwoch ein Freundschaftsspiel gegen einen Regionalligisten bestritten und auch dort zur Halbzeit zurückgelegen. Im Sport ist es immer schwer, das Selbstvertrauen zu halten. Es ist schwer, da wieder zurückzukommen. In der ersten Halbzeit waren wir heute da, hatten aber einen kleinen Hänger. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser gespielt und sogar das Rebound-Duell gewonnen. Die Hagener Situation wünscht sich keiner. Deshalb großes Kompliment für diesen Kampf. Hagen hat mit Herrera den vielleicht besten Center der Liga in seinen Reihen. Dass wir den direkten Vergleich gewonnen haben, ist, auch in dieser Höhe gut. Vielleicht kommt es ja am Ende der Saison sogar zu einem Dreiervergleich.“

Für Heidelberg spielten: Albert Kuppe 16 Punkte, Evan McGaughey 14/14 Rebounds, Niklas Ney 14, Shy Ely 11, Martin Seiferth 9, Niklas Würzner 5, Jaleen Smith 5, Eric Palm 4, Lennart Steffen, Lukas Rosenbohm und Jakob Schöpe.

Für Hagen spielten: Alex Herrera 18 Punkte/11 Rebounds, Jonas Grof 15/8, Derreck Brooks 6, Jannik Lodders 6, Joel-Sadu Aminu 6, Marco Hollersbacher 6, Jasper Günther, Jonah Bredt, Maximilian Fouhy.