Aus der Traum – Heidelberg vergibt die letzte Chance

Saisonende für die MLP Academics! Die Mannschaft von Frenki Ignjatovic verliert im entscheidenden fünften Spiel in Kirchheim 66:77. Damit scheidet sie im Playoff-Viertelfinale aus. 

Wochenlang hatten sie sich auf einem hohen Niveau und in intensiven Aufeinandertreffen behackt und bekämpft, doch die Serie zwischen Kirchheim und Heidelberg war ausgeglichen – nun war es endlich soweit: Spiel fünf würde die Entscheidung bringen. Alles oder nichts, do or die, hopp oder top. An Ostermontag gab es die Entscheidung. Entsprechend heiß waren die beiden Teams. Es galt, sich für die Mühen zu belohnen. Ein Mann hatte sich für dieses Spiel erneut etwas vorgenommen: Carrington Love. Bereits die erste Aktion des US-Amerikaners war ein Dreipunktspiel. Die Aktion verdeutlichte jedoch nicht nur die sportliche Qualität des Kirchheimer Aufbauspielers, sondern zeigte auch die vorhandene Intensität. Noch mehr als in den vergangenen Wochen wurde gekämpft. Die sich bietenden Zentimeter nutzen die Knights deutlich besser. Die Folge? Fehlstart Heidelberg, Auszeit Ignjatovic (12:4, 4. Spielminute). Vorerst wurde es jedoch nicht besser. Die MLP Academics machten es ihren Gegner sehr einfach und fanden ihrerseits kaum in die Partie. Zudem gelang es ihnen nicht, die Fehlerquellen abzustellen. Deshalb war Kirchheims Führung verdient: 25:18 nach Viertel eins.

Heidelberg hatten sich in vielen Kategorien innerhalb der ersten zehn Minuten schwächer als die Ritter präsentiert. Doch zumindest der Kampf stimmte – und darauf bauten die Heidelberger in Viertel zwei auf. Doch auch die Hausherren kämpften verbissen. Die Partie war dennoch fortan eine offene, denn die Trefferquote der Kurpfälzer war nun besser (29:25, 14.). Eine Minute später konnte sich die Mannschaft von Ignjatovic dann auch einmal für ihren Kampf belohnen. Sie übernahm erstmals die Führung (29:30, 15.). Doch obwohl diese keinen Bestand hatte, war Heidelberg nun endlich im Spiel. Trotz einer bis dato äußerst schwachen Reboundarbeit. Vor allem zum Leidwesen der lautstark unterstützenden Heidelberger – gut 30 hatten sich auf den Weg nach Kirchheim gemacht – hatte das Fehlerfestival auch noch bis zur Pause Bestand. Da nun aber die Trefferquote auf Seiten der Gäste anstieg, war das Spiel zur Pause ausgeglichen (41:41, 20.).

Die vierzehnte Halbzeit zwischen beiden Teams – Kirchheim ist besser

Nachdem beide Teams durchgeschnauft hatten, begann die vierzehnte Halbzeit zwischen diesen beiden Mannschaften im Saisonverlauf erneut mit Heidelberger Reboundschwäche. Wie schon in den vorausgegangenen Spielen war Seth Hinrichs der Nutznießer. Diesmal erwischten die MLP Academics jedoch keinen schwachen Start. Kirchheim und Heidelberg lieferten sich weiterhin ein hart umkämpftes und emotionales Duell. Erneute Vorteile erarbeiteten sich zur Mitte des dritten Viertels dann die schwäbischen Hausherren. Sie waren agiler, giftiger und nutzen die sich bietenden Chancen effektiver. Die Gäste konnten ihrerseits nur reagieren. Erst als Phillipp Heyden zweifach den Ball durch die Reuse wuchtete, löste sich Heidelberg langsam aus seiner Schockstarre. Doch bis dahin war Kirchheim schon wieder auf und davon. Genauer gesagt auf 12 Punkte weggezogen. 67:55. Vor dem letzten Viertel schien die Sache deshalb klar.

Zu viele Hände und kein Durchkommen: Für Phillipp Heyden und Co. gibt es in Spiel fünf nicht genügend gute Aktionen in Korbnähe. Foto: Ina Gäde.

Heidelberg hatte noch zehn Minuten, um sich mit allem, was es hatte, dagegen zu stemmen. Obwohl der Kampf stimmte, wurde es jedoch nichts. Zu dürftig war die Wurfquote, zu schwach die Arbeit unter den Brettern. Nach vier erfolglosen Wurfversuchen von jenseits der 6,75-Meter-Linie nutze Shy Ely in Spielminute 34 dann den fünften Versuch. Der passende Moment für eine Aufholjagd. Doch Heidelberg nutzte auch die weiteren Chancen nicht. Zu schwach war die Leistung, zu sehr hatte sich Kirchheim schon in einen Rausch gespielt (75:60, 37.). Die letzten drei Spielminuten gerieten dann noch zu einem Schaulaufen der Knights. Die Gäste kämpften zwar bis zum Ende, doch für das Spielgeschehen war dies nicht mehr entscheidend: Die Mehrheit der 1100 Zuschauer feierte sich, die Mannschaft und konnte sich am Ende zurecht über den Halbfinal-Einzug freuen.

Mit etwas Abstand werden die MLP Academics stolz auf das Geleistete sein können. Doch nachdem die absolute Krönung einer solch guten Saison ausblieb, hingen bei allen Beteiligten entsprechend die Köpfe.

Die Statements und Statistik zum Spiel

Frenki Ignjatovic: „Glückwunsch an Michael und sein Team. Heute war der Sieg absolut verdient. Meiner Meinung nach hatte die Serie hatte alles zu bieten, was Basketball ausgemacht hat. Es waren unterschiedliche Spiele. Eine Tendenz dieser Serie ist, dass wir auf Position vier komplett unterlegen waren – auch heute haben wir das Spiel vielleicht dort verloren. Kirchheim hat das Spiel vor allem in Halbzeit eins kontrolliert. Heute hatten sie 19 offensive Rebounds – damit kannst du ein Spiel quasi nicht verlieren. Phillipp Heyden hat heute unermüdlich gekämpft. Ich will jedoch niemand aus meiner Mannschaft kritisieren. Auf Hinrichs, Williams und Kronhardt hatten wir heute leider nicht die nötigen Antworten. Wir haben alles probiert, auch mit den jungen Leuten. In den nächsten Jahren wollen wir auf die Entwicklung in dieser Saison aufbauen.“

Michael Mai: „Gratulation an Frenki und Heidelberg zu einer solch guten Saison. Es zeugt von sehr guter Arbeit, wenn man auf Platz fünf kommt. Erst in den nächsten Tagen werden wir an den MBC denken. Heute genießen wir noch dieses Spiel und diesen Sieg. Wir machen heute eine Party mit unseren Fans. Die Stimmung war heute super.“

Für Kirchheim spielten: Seth Hinrichs 20 Punkte, Jonathon Williams 16, Andreas Kronhardt 14, Carrington Love 13, Brian Wenzel 8, Tim Koch 4, Jonathan Maier 2 und Justin Hedley.

Für Heidelberg spielten: Phillipp Heyden 20 Punkte, Hrvoje Kovacevic 9, Shy Ely 8, Vance Hall 8, Albert Kuppe 7, Devin White 6, Bernard Thompson 4, Niklas Ney 2, Christoph Rupp 2 und Niklas Würzner.

 

Lukas Robert